Grippe schützt vor Erkältungen

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Berlin - Immer wieder werden die Unterschiede zwischen einer harmlosen Erkältung und der „echten“ Grippe betont. Ein Forscherteam aus Schottland beschäftigte sich nun hingegen mit den Gemeinsamkeiten und Zusammenhängen der Erkrankungen und konnte feststellen, dass eine Influenza-A-Infektion den Wirt weniger anfällig für eine nachfolgende Infektion mit Rhinoviren machen kann.

Offenbar gibt es zwischen Grippeinfektionen und Erkältungen mehr Zusammenhänge als bisher vermutet: Die Studie des University of Glasgow Centre for Virus Research konnte zeigen, dass die Interaktion zwischen Erkältungs-und Grippeviren das Auftreten von Erkältungen während einer Grippe-Hochsaison senken kann – Grund dafür sei eine adaptive Immunität. Für die Analyse wurden Daten von mehr als 44.000 Personen mit Atemwegserkrankungen aus den Jahren 2005 bis 2013 verwendet. Die Forscher prüften das vorhandene Material auf elf Gruppen von Atemwegsviren. Dabei berücksichtigten sie verschiedene Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter und die Krankheitsschwere.

Mithilfe von mathematischen Simulationen und Berechnungen konnten die Wissenschaftler Tendenzen für Coinfektionen feststellen. Im Zuge dessen entdeckten sie, dass eine negative Korrelation zwischen dem saisonalen Influenza-A-Virus und verschiedenen Rhinoviren existiert. Den Forschern zufolge kommt dies durch eine Konkurrenz der Viren um die empfänglichen Zellen zustande: Dies sei beispielsweise der Fall, wenn das Influenzavirus die Zerstörung der Zelloberflächen-Rezeptoren oder den Zelltod ausgelöst hat oder wenn durch die Immunreaktion nicht infizierte Nachbarzellen stärker antiviral arbeiten als sonst.

Das Team spricht von einer „vorübergehenden immunvermittelten Kreuzprotektion“, die die Virusübertragung verändern kann: Eine kürzlich erworbene Influenza-A-Infektion kann demnach das Risiko für eine spätere Infektion mit Rhinoviren senken. Diese Refraktärzeit könne zu einem signifikanten Rückgang von Erkältungen führen: Bei einer Simulation von zwei Tagen während des Höhepunktes der Influenza-Virusaktivität konnten die Erkältungen um 23 Prozent verringert werden, bei sieben Tagen sogar um 61 Prozent.

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