Wegen Nebenwirkungen ins Krankenhaus

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Berlin -

Gebrochenes Bein? Fahrrad-Unfall? In Deutschlands Notaufnahmen herrscht oft reger Betrieb. 6,5 Prozent der Patienten landen dort allerdings mit Verdacht auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Eine neue Studie der Abteilung Forschung im BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) belegt, dass manche Menschen bis zu sieben unterschiedliche Wirkstoffe gleichzeitig einnehmen.

Das geht bei vielen oft lange Zeit gut. Bis der Körper nicht mehr mitmacht. An vier größeren Kliniken in Ulm, Fürth, Bonn und Stuttgart wurde jetzt eine 30-tägige Beobachtungsphase durchgeführt, um den Anteil von UAW-Verdachtsfällen an allen Vorstellungen in der Notaufnahme zu ermitteln.

Die Studie zur Ursachenanalyse unerwünschter Arzneimittelwirkungen (ADRED) startete im vergangenen September, jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor. Ermittelt wurden die Daten durch Screening der digitalen Patientenakten. Die Studie ist eine der größten systematischen Analysen zu diesem Thema in Deutschland.

Insgesamt wurden 10.174 Behandlungsfälle analysiert, dabei wurde 665 Mal der Verdacht auf UAW festgestellt. Dies entspricht einem Anteil von 6,5 Prozent. Von den 665 Patienten wurden 89 Prozent stationär aufgenommen, in 74 bis 84 Prozent der Fälle konnte ein möglicher Zusammenhang zwischen Symptomen und Arzneimittel hergestellt werden. Im Durchschnitt nahmen die betroffenen Patienten sieben unterschiedliche Wirkstoffe gleichzeitig ein. Mit steigendem Alter nahm die Anzahl der eingenommenen Wirkstoffe zu.

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