AMK-Meldung

Verapamil 1A Pharma falsch bedruckt

, Uhr
Berlin -

Film- statt Retardtablette: 1A Pharma teilt in einem Informationsschreiben mit, die Faltschachteln von Verapamil 120 retard versehentlich mit der falschen Darreichungsform bedruckt zu haben. Einen Rückruf werde es dennoch nicht geben.

Die Chargen JD3872 und JD3874 von Verapamil 120 retard 1A Pharma zu 100 Stück tragen auf einigen Seitenflächen der Faltschachtel den Aufdruck „Filmtabletten“ anstelle der korrekten Bezeichnung „Retardtabletten“. Die AMK hatte diesbezüglich zwei Meldungen aus Apotheken erhalten. Eine Apotheke erstatte Meldung, nachdem eine Patientin den Malus festgestellt und in der Apotheke angemerkt hatte.

1A Pharma bestätigt, dass es sich bei den betroffenen Chargen um Retardtabletten handelt. Die korrekte Darreichungsform lasse sich „deutlich“ aus der Produktbezeichnung, den Angaben der Frontseiten des Umkartons sowie der PZN, dem Barcode und der Rückseite der Blisterfolie und nicht zuletzt der Gebrauchsinformation erkennen.

„Patienten können die Retardtabletten auch am Aussehen erkennen“, schreibt das Unternehmen. Verapamil 120 ret 1A Pharma sei eine runde, beige- bis ockerfarbene Tablette mit einseitiger Bruchkerbe. Die Filmtablette hingegen sei an ihrer weißen Farbe und der runden beidseitig gewölbten Form sowie der einseitigen Bruchkerbe zu erkennen.

Einen Rückruf der betroffenen Chargen werde es nicht geben. Die Faltschachteln würden mit der nächsten Produktion umgestellt.

Der selektive Calciumkanalblocker wird zur Therapie der symptomatischen koronaren Herzkrankheit eingesetzt. Indikationen sind beispielsweise chronisch stabile oder instabile sowie vasospastische Angina pectoris. Ein Einsatz ist aber auch bei Störungen der Herzschlagfolge oder Hypertonie möglich. Off-label wird Verapamil zur Prophylaxe eines Clusterkopfschmerzes angewendet.

Verapamil besitzt als Calciumantagonist eine hemmende Wirkung auf den Calciumeinstrom durch Muskelzellmembranen. Der Wirkstoff beeinflusst das Myokard und bewirkt eine Verlängerung der Überleitungszeit durch einen Effekt auf den AV-Knoten. Auch die glatte Muskulatur beispielsweise im Bereich der Gefäße und des Magen-Darm-Traktes erfährt durch Verapamil eine Vasodilation.

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