Wirkstoffkontamination

Valsartan: Vor der großen Rückrufwelle APOTHEKE ADHOC, 05.07.2018 13:10 Uhr

Berlin - Eine riesige Rückrufwelle rollte auf die Apotheken zu. Weil Valsartan zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln zählt, haben zahlreiche Hersteller den Blutdrucksenker im Sortiment. Zur Stunde prüfen die Firmen, ob ihre Produkte betroffen sind. Doch es zeichnet sich ab, dass noch heute Rückrufe kommen und dass zahlreiche Chargen zurück müssen.

Insgesamt gibt es in Deutschland rund 950 Zulassungen für Valsartan. Alle großen Hersteller sind vertreten, zum Teil gibt es mehrere Dubletten im Bestand. Das ist auch das Problem für die Überwachungsbehörden: Zwar sind alle Lieferanten bis hin zum Wirkstoffproduzenten gemeldet. Doch niemand weiß, welche Zulassung der Hersteller für welche Charge genutzt hat.

In anderen Ländern wie Ungarn, Dänemark und Finnland gab es gestern bereits erste Rückrufe, betroffen waren Mono- und Kombipräparate unter anderem von Ratiopharm/Teva, Sandoz, Stada, Zentiva und Actavis. Auch hierzulande wird es daher sehr wahrscheinlich mehrere Hersteller betreffen; die Frage ist, bei wie vielen Chargen der Wirkstoff aktuell aus China kam. Neben den Originalpräparaten Diovan/Codiovan, Dafiro, Entresto, Exforge und Provas (alle Novartis) gibt es zahlreiche Generika. Vertreten sind Hexal/1A, Ratiopharm/AbZ, Stada/Aliud, Zentiva, Heumann, TAD, Aurobindo (vormals Actavis), Axcount, Basics, Biomo, Dexcel und Hennig.

Valsartan wird in der Gruppe der Sartane am zweithäufigsten verordnet. Laut Arzneimittelverordnungsreport entfallen auf den Wirkstoff etwa 717 Millionen Tagestherapiedosen (DDD). Nur Candesartan wird mit etwa einer Milliarde DDD häufiger verordnet. Losartan landet mit etwa 138 Millionen auf Platz 3. Unter den Monopräparaten hat TAD mit Valsacor (219 Millionen DDD) die Nase vorn, gefolgt von Mylan dura (208 Millionen DDD) und 1A Pharma (etwa 103 Millionen DDD).

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