Infektionskrankheiten

Triclosan: Neuer Wirkstoff gegen Malaria? Deniz Cicek-Görkem, 22.01.2018 13:25 Uhr

Berlin - Jährlich sterben mehr als 400.000 Menschen an Malaria, die Zunahme von Resistenzen auf gängige Mittel macht sie zu einer gefürchteten Krankheit. Forscher suchen daher seit Längerem nach neuen Arzneistoffen. Hoffnung macht das antiseptisch wirksame Triclosan: Studien zeigen, dass der Wirkstoff ein doppelt qualifizierter Kandidat ist, da er sowohl Leber- als auch Blutstadien des Parasiten angreifen könnte.

Triclosan wird unter anderem in Zahnpasta und Waschlotionen eingesetzt und ist auch aus dem Apothekenalltag bekannt, wo höhere Konzentrationen zur Anwendung kommen. Es kommt in Fertigarzneimitteln wie Duogalen, Infectocortisept vor und dient auch als Ausgangsstoff für Rezepturarzneimittel. Pharmazeutisch wird der Wirkstoff lokal bei entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt. Die Fokussierung auf die äußerliche Anwendung könnte sich künftig ändern.

Denn vor einigen Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Triclosan im Leberstadium des Malaria-Erregers wirken kann, da das Enzym Enoyl-Reductase (ENR) gehemmt wird. ENR kommt in der Leber des Plasmodiums vor und ist an der Produktion von Fettsäuren beteiligt. Im Fachjournal „Scientific Reports“ berichten Forscher der Universität Cambridge nun, dass Triclosan auch die Dihydrofolatreduktase (DHFR) hemmt, die in Malariaparasiten vorkommt.

DHFR ist ein Target von Daraprim (Pyrimethamin, GSK) und an der Synthese von Folsäure beteiligt. Das Antiprotozoenmittel ist in Kombination mit einem Sulfonamid in Deutschland zugelassen zur Therapie der Toxoplasmose, die durch Toxoplasma gondii hervorgerufen wird. Diese Kombination wirkt synergistisch und effektiv schizontozid. Das hierzulande nicht zugelassene, patentfreie Fertigarzneimittel Fansidar (Sulfadoxin/Pyrimethamin, Roche) findet in anderen Ländern Anwendung in der Malaria-Therapie.

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