Max-Planck-Forscher

Malaria-Wirkstoff: Effizientere Herstellung gefunden dpa, 21.02.2018 19:32 Uhr

Berlin - Revolution oder Rohrkrepierer? Bei Ankündigungen, dem Killer Malaria ein Schnippchen zu schlagen, werden Experten immer hellhörig. Was taugt die jüngste Idee von Max-Planck-Forschern?

Max-Planck-Forscher aus Magdeburg und Potsdam sind voller Optimismus, dass sich der Hauptwirkstoff gegen Malaria kostengünstiger produzieren lässt. Nach eigenen Angaben haben sie dafür mit Hilfe grüner Chemie das Verfahren verbessert. Dabei werde Artemisinin als wichtigster Wirkstoff für die Malaria-Bekämpfung schneller, umweltfreundlicher und effizienter als bisher aus der Beifuß-Pflanze gewonnen, sagte Professor Dr. Peter Seeberger, Direktor am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam, am Mittwoch in Berlin. „Diese Entwicklung hat das Potenzial Millionen Leben zu retten.“ Andere Experten bleiben vorsichtiger.

Malaria zählt neben Tuberkulose und HIV zu den großen Killern der Menschheit. Die Krankheit wird überwiegend in Afrika, Asien und Südamerika durch Anopheles-Mücken übertragen. Erreger sind Parasiten der Gattung Plasmodium. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation gab es 2016 rund 216 Millionen Neuerkrankungen, 445.000 Menschen starben an der Tropenkrankheit – etwa 90 Prozent davon in Afrika.

Für die Entwicklung von Artemisinin aus der Beifuß-Pflanze erhielt die chinesische Forscherin Tu Youyou 2015 den Medizin-Nobelpreis. Die neue Technik sei „ein Durchbruch bei der Artemisinin-Produktion“, sagt Seeberger nun. Das verbesserte Verfahren biete die Chance, die Herstellung von Malariamedikamenten zu revolutionieren. Denn durch eine ausreichende und effizientere Wirkstoff-Produktion würden Arzneien gegen Malaria auch für Menschen in Entwicklungsländern erschwinglicher.

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