Infektionskrankheiten

Fuchsbandwurm: Gefährlich, aber selten dpa, 22.08.2018 10:34 Uhr

Berlin - Am Ende des Sommers beginnt die Beeren- und Pilzsaison. Damit verbunden ist oft die Angst, sich mit dem Fuchsbandwurm anzustecken. Wie gefährlich ist der Parasit, wie hoch das Risiko, sich beim Sammeln von Beeren, Kräutern oder Pilzen anzustecken?

Ein Befall mit dem Fuchsbandwurm kann für Menschen lebensgefährlich sein – kommt aber sehr selten vor. Im Vergleich zu den Vorjahren waren die Meldezahlen nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2017 wieder rückläufig: 30 Fälle gab es. Allein zwölf Patienten kamen aus Baden-Württemberg, sechs aus Hessen und fünf aus Bayern – wobei das RKI darauf hinweist, dass davon nicht in jedem Fall auf den Infektionsort geschlossen werden kann.

Generell komme der Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) nur auf der nördlichen Hälfte der Weltkugel vor, in Europa vor allem in Süddeutschland, der Nordschweiz, Westösterreich und Ostfrankreich. Seit 2010 gab es laut RKI in jedem Jahr mehr als 30 – im Jahr 2015 sogar fast 50 – Fälle von alveolärer Echinokokkose, wie die vom Fuchsbandwurm ausgelöste Krankheit beim Menschen heißt.

Infizierte Menschen haben zunächst keine Beschwerden oder Schmerzen, wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und
Lebensmittelsicherheit (LGL) erklärt. „Der Erreger befällt unbemerkt die Leber, in der sich die Larven des Bandwurms entwickeln.“ Manchmal würden auch die Lunge oder – seltener – das Gehirn befallen. „Die Larven wachsen sehr langsam und zerstören tumorartig das Organ.“ Bis die ersten Symptome auftauchen, könne es mehr als zehn Jahre dauern.

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