Silber gegen Klinikkeime

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Berlin - Nosokomiale Infektionen können in Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen zu schwer therapierbaren Erkrankungen führen. Bisher wurden Untersuchungen zur Keimzahlminimierung in Krankenhäusern mit Kupfer durchgeführt, jetzt soll Silber zum Einsatz kommen: Die vom Bildungs- und Forschungsministerium (BMBF) geförderte „NE-Offensive“ am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) soll im Rahmen eines Forschungsprojektes den Einsatz des Metalls auf Oberflächenbeschichtungen mit dem Fokus auf die antimikrobielle Aktivität analysieren.

Krankenhauskeime wie beispielsweise Staphylococcus aureus oder Pseudomonas aeruginoa sind gefürchtet, denn sie können bei immunschwachen Patienten zu schweren Infektionen führen und sind dann schwer therapierbar. Diese Erreger stellen eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar und fordern jährlich das Leben von etwa 10.000 bis 15.000 Menschen. Umso wichtiger ist die Prävention mittels adäquater Hygienestandards in den Kliniken.

Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt der UKR soll mit diesem Hintergrund untersuchen, ob sich nosokomiale Infektionen mit Silber verhindern beziehungsweise reduzieren lassen. Angewendet werden antimikrobielle Nanosilberpartikel, die auf besonders keimbelastete Oberflächen wie Türklinken, Schubladen oder Mülleimerdeckel in der Notaufnahme angebracht werden. Ziel sei es, die Ausbreitung von gefährlichen Krankheitserregern beim Erstkontakt im Krankenhaus zu vermindern. Die Beschichtung soll die bereits bestehenden konventionellen Hygienemaßnahmen ergänzen. Um die Keimbelastung zu vergleichen, werden regelmäßig Werte für die beschichteten und unbeschichteten Oberflächen ermittelt.

Die bakterizide Wirkung des Silbers ist auf mehrere Mechanismen zurückzuführen. Zum einen werden durch das Metall für die Bakterienzelle wichtige Enzyme inhibiert und folglich Transportfunktionen in der Zelle unterbunden. Außerdem kommt es zu morphologischen Veränderungen. Es können Schädigungen der Zellmembran auftreten, die dann zu einem Ausstrom des Zytoplasmas führen können.

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