Sekundärprävention eines Herzinfarktes

Omega-3: EMA streicht Indikation APOTHEKE ADHOC, 18.12.2018 09:24 Uhr

Berlin - Omega-3-Fettsäuren sollen sich positiv auf die Herzgesundheit auswirken. Die Präparate werden bei erhöhtem Triglyceridspiegel und zur Sekundärprävention eines Herzinfarktes eingesetzt. Letztere Indikation hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Präparaten entzogen.

Bereits im Jahr 2012 sprachen Studienergebnisse den Präparaten eine signifikante Reduktion von Herzerkrankungen ab. Auf Ersuchen der schwedischen Arzneimittelagentur hat die EMA im März die Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit der oral verfügbaren Omega-3-haltigen Arzneimittel überprüft. Die Bewertung wurde vom Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) durchgeführt. Die Stellungnahme des Ausschusses wird nun an die EU-Kommission weitergeleitet. Diese wird eine endgültige Entscheidung treffen.

Bislang war Stand der Wissenschaft, dass mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren aus fettem Fisch (langkettiges Omega-3 (LCn3) einschließlich Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)) sowie aus Pflanzen (Alpha-Linolensäure (ALA)) der kardiovaskulären Gesundheit nutzen. Seit 2000 sind orale Omega-3-Präparte in Kombination mit beispielsweise Statinen, Betablockern, ACE-Hemmern oder Thrombozytenaggregrationshemmern in der EU zur Anwendung nach einem Herzinfarkt zugelassen. Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1 g. Dem widersprechen nicht nur Wissenschaftler des renommierten Cochrane-Journals, sondern nun auch die EMA.

„Omega-3-Fettsäure-Arzneimittel können keine weiteren Herz- und Blutgefäßprobleme bei Patienten nach einem Herzinfarkt verhindern“, teilt die EMA mit. Die Experten stützen das Ergebnis der Untersuchung auf über viele Jahre gesammelte Daten. Zum Zeitpunkt der Zulassung zeigten die Präparate geringe Vorteile in Bezug auf die Verringerung schwerwiegender Probleme des Herzens und der Blutgefäße. In der Zwischenzeit erhobene Daten konnten die positiven Eigenschaften der Arzneimittel jedoch nicht bestätigen.

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