Supplemente

Fischöl und Vitamin D: Lauterbach lobt Studie APOTHEKE ADHOC, 09.01.2019 13:28 Uhr

Berlin - „Dies ist die mit Abstand beste und methodisch einzig saubere Studie zu Fischöl und Vitamin D“, twittert der SPD Bundestagsabgeordnete Professor Dr. Karl Lauterbach. Der Gesundheitswissenschaftler und Politiker zielt auf eine vor Kurzem im „New England Journal of Medicine“ (NEJM) veröffentlichte Studie mit dem Titel „Omega-3-Fettsäuren und die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ ab. „Die Harvard Uni zeigt ganz klar, dass weder Fischöl noch Vitamin D Herz- und Kreislauferkrankungen vorbeugen. Industrie verkauft unbegründete Hoffnung, falsche Sicherheit“, schreibt Lauterbach.

Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren werden zahlreiche positive Eigenschaften zugesprochen. So soll beispielsweise Beobachtungsstudien zufolge das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs gemindert werden. Ein Forscherteam aus Boston wollte wissen, ob eine Supplementierung tatsächlich diese Effekte erreichen kann. Das Team führte dazu eine randomisierte placebokontrollierte Studie durch: Die Probanden der Verum-Gruppe erhielten eine tägliche Vitamin D-Dosis von 2000 I.E., Omega-3-Fettsäuren zu 1 g oder beide Wirkstoffe. Als primäre Endpunkte galten schwere kardiovaskuläre Ereignisse – dazu zählen Myokardinfarkt, Schlaganfall oder Tod – sowie invasive Krebsarten.

Insgesamt wurden 25.871 Teilnehmer – darunter Frauen ab einem Alter von 55 Jahren und Männer älter als 50 Jahre – randomisiert. Im medianen Follow-up über einen Zeitraum von 5,3 Jahren wurde bei 386 Probanden unter Fischöl, 396 Teilnehmern unter Vitamin D und 419 Studienteilnehmern unter Placebo ein schwerwiegendes kardiovaskuläres Ereignis dokumentiert. Ein gesundheitlicher Vorteil ist nicht erkennbar. Den Ergebnissen zufolge trat bei den Personen, die Vitamin D oder Omega-3-Fettsäuren einnahmen, nicht weniger Tumore auf als bei denen der Placebo-Gruppe. Invasive Krebserkrankungen wurden unter Omega-3-Fettsäuren bei 820 Probanden, unter Placebo bei 797 Personen dokumentiert.

Die Sekundäranalyse zeigte ähnliche Werte. Es wurden keine übermäßigen Risiken einer Hyperkalzämie oder anderer unerwünschter Ereignisse festgestellt. Das Fazit der Forscher: „Die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren führte nicht zu einer geringeren Inzidenz schwerer kardiovaskulärer Ereignisse oder Krebs als unter Placebo.“

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