Kein Herz-Kreislauf-Schutz durch Vitamin D

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Berlin - Der Hype um Vitamin D ist immer noch groß: Unter anderem wird dem „Sonnenvitamin“ ein positiver Einfluss auf kardiokaskuläre Ereignisse zugesprochen. Eine Meta-Analyse zeigte nun jedoch, dass eine langfristige Vitamin-D-Supplementierung keine Verbesserung mit sich bringt: Aufgrund der Ergebnisse, sehen die Autoren Vitamin D nicht als geeginete Prävention an.

Einige Beobachtungsstudien hatten in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen der Vitamin-D-Einnahme und einem geringeren Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hergestellt. Daher wurde die regelmäßige Zufuhr von Vitamin D empfohlen, um das Risiko zu senken. Die durchgeführte Meta-Analyse widerlegte dies nun: Die 21 analysierten Studien beschäftigten sich mit den Effekten einer langfristigen Einnahme von Vitamin D von mindestens einem Jahr oder länger. Während der Einnahme wurde der Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen und Tod dokumentiert.

Die 83.291 Patienten wurden randomisiert und erhielten entweder Vitamin D oder Placebo. Das durchschnittliche Alter lag bei 65,9 Jahren, 74,4 Prozent der Teilnehmer waren weiblich. Bei der Analyse zeigte sich, dass die 41.669 Patienten, die Vitamin D erhalten hatten, im Vergleich zur Placebo-Gruppe nicht weniger unter Myokardinfarkt, Schlaganfall oder anderen kardiovaskulären Ereignissen litten. Kardiovaskuläre Mortalität und Gesamtmortaliät waren ebenfalls gleich.

Der Hype um Vitamin D hat im letzten Jahrzehnt zu einer Verhundertfachung von Vitamin-D-Messungen und Supplementierungen geführt. Es wird immer noch häufig als „Heilmittel“ für einige Erkrankungen angepriesen. Dass Vitamin D eine Wunderwaffe in der Prävention von Tumoren ist, widerlegten Wissenschaftler im vergangenen Jahr. Zwei im „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) veröffentlichte Phase-II-Studien untersuchten die Wirksamkeit von hochdosiertem Vitamin D in Bezug auf die Therapie von Darmkrebs.

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