CED-Patienten in der Pandemie

Kein erhöhtes Covid-Risiko unter Vedolizumab

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Berlin -

Zahlreiche chronisch Kranke befürchten, dass ihre Therapie zu einer höheren Infektanfälligkeit führt. Bestimmte Wirkstoffgruppen, wie beispielsweise orale Steroide oder JAK-Hemmer, können das Risiko für eine virale Infektion deutlich erhöhen. Auf monoklonale Antikörper trifft dies im Allgemeinen nicht zu. Studien belegen jetzt, dass der Wirkstoff Vedolizumab (Entyvio, Takeda) zu keinem erhöhten Risiko einer viralen Infektion führt.

Der monoklonale Antikörper Vedolizumab ist seit 2014 am Markt und wird zur Behandlung von Patienten mit mittelschweren bis schweren Formen von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa eingesetzt.Der Wirkstoff gehört zu den Immunmodulatoren. Am Anfang der Pandemie war nicht klar, ob der Arzneistoff das Risiko für eine Corona-Infektion erhöhen könnte. Nun kann Takeda Entwarnung geben: „Der aktuellen Studienlage zufolge kommt es unter Vedolizumab zu keiner Erhöhung des Risikos für eine Sars-CoV-2-Infektion.“ Dies gelte sowohl für den Fertigpen als auch die Infusionslösung.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) bewertet den Grad der Risikoerhöhung durch die immunsuppressive Therapie je nach Wirkstoff unterschiedlich. Hierbei stützt sich die Gesellschaft auf die eine Einschätzung der IOIBD (International Organization for the Study of Inflammatory Bowel Disease)). Orale Steroide, Januskinase-Inhibitoren sowie die Kombination aus Anti-Tumornekrosefaktor alpha (TNFα)- Inhibitoren und Immunsuppressiva können demnach das Risiko für eine virale Infektion deutlich erhöhen. Für die monoklonalen Antikörper Vedolizumab und Ustekinumab gilt das Risiko nicht.

Subcutane Applikationsformen ermöglichen den Betroffenen darüber hinaus eine Anwendung von zu Hause aus. Der Weg in die Arztpraxis kann entfallen. Auch das Addendum der DGVS-Leitlinie rät bei Neueinstellungen auf eine subcutane Biologikatherapie zu setzen, insofern eine gleichwertige Erfolgsaussicht besteht. Nur initial muss der Patient für die Applikation in die Arztpraxis. Nachdem die Therapie von einem Facharzt eingeleitet wurde, sollte der Patient alle zwei Wochen eine Injektion erhalten. Nach Einweisung in die subcutanen Injektionstechniken ist es möglich, Entyvio von zu Hause aus anzuwenden. Nach vorheriger Schulung kann die Injektion auch von Verwandten oder vom Pflegepersonal übernommen werden.

Seit Beginn der Pandemie haben immer mehr Hersteller Mitteilungen zu ihren Immunmodulatoren in Bezug auf ein möglicherweise erhöhtes Infektrisiko gemacht. So auch Teva. Der Hersteller von Copaxone konnte für MS-Patienten bereits im vergangenen April Entwarnung geben. Patienten, die mit Immunmodulatoren, wie Glatirameracetat, behandelt werden, seien nicht stärker gefährdet als vergleichbare gesunde Patienten. In einer Kohortenstudie mit mehr als 6500 MS-Patienten war die Behandlung mit Glatirameracetat nicht mit einem erhöhten Infektionsrisiko assoziiert. Die Probanden wurden durchschnittlich für 8,5 Jahre beobachtet wurden.

Die Fachgesellschaften informierten früh darüber, dass auch eine bestehende immunsuppressive Therapie keinesfalls ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden. Zu den eingesetzten Immunsuppresiva gehören unter anderem Kortisone, Methotrexat, Biologika und JAK-Inhibitoren.

  • Kortisone: Triamcinolon, Deflazacort, Prednisolon, Methylprednisolon, Fluocortolon, Betamethason, Dexamethason, Cloprednol
  • JAK-Inhibitoren: Tofacitinib, Baricitinib, Upadaticinib
  • Biologika: Adalimumab, Etanercept, Infliximab, Certolizumab, Abatacept, Canakinumab, Belimumab, Rituximab, Secukinumab, Ustekinumab, Tocilizumab
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