Impfberatung in der Apotheke

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Berlin - Apotheken übernehmen eine wichtige Schlüsselrolle bei der pandemischen Impfung. Seit dem Start der dezentralen Impfung bestellt die Apotheke die Vakzine und verteilt sie – ab kommender Woche auch an die Fachärzte. Mit Start der Impfung der Priorisierungsgruppe 3 häufen sich auch die Anfragen von Kund:innen mit chronischen Erkrankungen in der Apotheke. Nicht selten haben die Menschen Angst vor der Impfung. Im Beratungsgespräch kann diese eventuell genommen werden und die Impfbereitschaft so erhöht werden.

Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind durchgeimpft, gleiches gilt für die dort angestellten Ärzt:innen und Pfleger:innen. Nun folgt die Impfung vieler chronisch Kranker. Im Paragraph 3 der Coronavirus-Impfverordnung finden sich die Erkrankungen, die zu einer Impfberechtigung mit hoher Priorität führen. Demnach wurden mittlerweile zahlreiche Bürger:innen benachrichtigt, einen Impftermin wahrzunehmen. Nicht selten haben die Betroffenen Bedenken und scheuen eine Immunisierung. In der Apotheke kann gemeinsam mit dem Patienten/der Patientin über die Vorteile einer Impfung gesprochen werden. Im Rahmen eines Biontech-Seminars zum Thema „Einzelfallentscheidungen“ wurde deutlich, dass es nur sehr wenige tatsächliche Kontraindikationen gegenüber einer Corona-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gibt.

Generelle Hinweise

Biontech hält mit Comirnaty die Zulassung für den einzigen Impfstoff, der aktuell auch bei Menschen ab 16 Jahren eingesetzt werden kann. Alle anderen Vakzine können erst ab 18 Jahren angewendet werden. Aktuell liegen nicht ausreichend Daten darüber vor, ob Schwangere und Stillende geimpft werden können. Deshalb sollen diese Personengruppen vorerst nicht geimpft werden. Es ist nicht bekannt, ob Comirnaty & Co. in die Muttermilch übergehen. In Großbritannien ist die Impfkommission schon einen Schritt weiter: Dort wird Schwangeren zur Immunisierung ein mRNA-Impfstoff empfohlen. Gesundheitsminister Matt Hancock rief Schwangere auf, sich über die Impfung aufklären zu lassen. Bislang seien rund 90.000 schwangere Frauen mit den Vakzinen von Biontech und Moderna geimpft worden.

Rheumatiker: MTX, JAK-Inhibitoren und Cortison

Rheumatiker befinden sich aufgrund ihrer Erkrankung in Gruppe 4 der Priorisierung. Demnach geht mit der Grunderkrankung kein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einher. Viele Rheumatiker erhalten eine Dauertherapie. Unter einer Behandlung mit MTX beispielsweise ist, bei ansonsten guten Allgemeinzustand, eine Impfung problemlos möglich. Der impfende Arzt oder Rheumatologe sollte die Applikationstage der MTX-Spritze gegebenenfalls so anpassen, dass ausreichend Abstand zwischen der Dauertherapie und der Impfung liegt. Auf diesen Punkt sollten die Patient:innen bei der Beratung hingewiesen werden. Ist der Allgemeinzustand zum Zeitpunkt des Impftermins schlecht oder wurde gerade erst eine neue Therapie begonnen, so stellt dies kein Ausschlusskriterium für eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff dar. Es kann allerdings sein, dass der Termin verschoben werden sollte bis der Patient oder die Patientin stabiler ist.

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