Immunisierung von Chronikern: mRNA oder Vektor?

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Berlin - Aktuell sind vier Impfstoffe zugelassen: zwei mRNA-Impfstoffe und zwei Vektorviren-Impfstoffe. Gerade jetzt, wo die Fachärzte in die dezentrale Impfung einsteigen sollen, stellen sich viele Chroniker die Frage, ob eine Impfung möglich ist und vor allem welches Vakzin das Beste für sie wäre. Der Beratungsbedarf in den Apotheken zum Thema Corona-Impfung steigt.

Mit dem Impfstart innerhalb der Priorisierungsgruppe 3 häufen sich auch die Anfragen von Kund:innen mit chronischen Erkrankungen in der Apotheke. Nicht selten haben die Menschen Angst vor der Impfung. Die wohl häufigste Frage, die Apotheker:innen und PTA aktuell zu diesem Thema hören: „Sollte ich lieber auf AstraZeneca verzichten?“ Die Fachgesellschaften versuchen den Patient:innen die Angst zu nehmen und beziehen sich auf tatsächliche Zahlen. Doch wechselnde Altersbeschränkungen und zwei Rote-Hand-Briefe spielen den Vektorviren-Impfstoffen nicht in die Hände. Ein Beratungsgespräch kann die Angst vor der Impfung nehmen.

Neurologen: Impfung für alle! Aber für Frauen unter 60 Jahre mRNA

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) empfiehlt allen neurologischen Patient:innen die Schutzimpfung gegen Sars-CoV-2. „Es gibt derzeit keinen Hinweis, dass Patientinnen und Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern von einem Impfstoff mehr profitieren als von einem anderen. Auch gibt es keine Kontraindikationen für Menschen mit bestimmten neurologischen Krankheiten gegen einen der zugelassenen Impfstoffe“, informiert Generalsekretär Professor Dr. Peter Berlit. „Die DGN empfiehlt aber, Frauen unter 60 Jahren nicht mit AstraZeneca zu impfen. Zwar sind die Risiken als sehr niedrig einzustufen, aber bei den mRNA-Impfstoffe scheint das Risiko für thrombotische Ereignisse noch deutlich geringer zu sein, daher sollten sie bei Frauen unter 60 Jahren zur Anwendung kommen.“

Rheumatologen: Alles außer Lebendimpfstoffe

Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRH) hat zuletzt Anfang April ihre Impfempfehlung aktualisiert. Darin heißt es: „Alle Impfstoffe gegen Sars-CoV-2, die derzeit zugelassen sind, sind keine Lebendimpfstoffe. Diese ‚Nicht-Lebendimpfstoffe“ sind bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und bei Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie uneingeschränkt einsetzbar.“ Die DGRH weist darauf hin, dass die Datenlage zur Sicherheit und Effektivität der verschiedenen Sars-CoV-2-Vakzine speziell bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen beziehungsweise bei Patienten unter immunsuppressiver oder immunmodulierender Therapie weiterhin begrenzt seien.

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