DOAK: Wie steht es um das Blutungsrisiko?

, Uhr
Berlin -

Vor einigen Jahren haben die „direkten oralen Antikoagulanzien“ (DOAK) Einzug in die Therapie gehalten. Mittlerweile werden sie deutlich häufiger zur Blutverdünnung eingesetzt als klassische Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon – besser bekannt unter dem Handelsnamen Marcumar (Meda). Eine Studie hat nun das Blutungsrisiko der DOAK untersucht und deutliche Unterschiede zwischen den Wirkstoffen ermittelt.

Da DOAK die Nachfolger von Heparinen und Vitamin-K-Antagonisten sind, werden sie häufig auch als „neue orale Antikoagulanzien“ (NOAK) bezeichnet. Ihre gerinnungshemmenden und antithrombotischen Eigenschaften beruhen auf der direkten Hemmung der Blutgerinnungsfaktoren. Sie sind unabhängig vom Antithrombin.

Aktuell sind in Europa vier Präparate zugelassen:

  • Eliquis (Apixaban, Bristol-Myers Squibb)
  • Pradaxa (Dabigatran, Boehringer Ingelheim)
  • Lixiana (Edoxaban, Daiichi Sankyo)
  • Xarelto (Rivaroxaban, Bayer)

Genau genommen muss innerhalb der Gruppe der DOAK noch unterschieden werden:

  • Faktor-Xa-Inhibitoren (Eliquis, Lixiana, Xarelto)

    • Diese Wirkstoffe greifen direkt in die Gerinnungskaskade ein: Sie hemmen den Faktor Xa, wodurch die Umwandlung von Prothrombin zu Thrombin nicht stattfindet. Die Wirkung ist selektiv und reversibel.
  • Thrombin-Inhibitoren (Pradaxa)

    • Sie hemmen Thrombin (Faktor II). In Pradaxa ist Dabigatranetexilat als Prodrug enthalten, durch verschiedene Esterasen wird es zu Dabigatran. Dadurch kommt es zu keiner Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin. Dabigatran hemmt auch Fibrin-gebundenes Thrombin. Bei Wirkstoffen dieser Gruppe besteht ein enger Zusammenhang zwischen Plasmakonzentration und Antikoagulationsgrad.

Alle Wirkstoffe der DOAK werden zur Vorbeugung und Behandlung verschiedener thromboembolischer Erkrankungen verwendet:

  • Prophylaxe von Schlaganfällen sowie zur Embolieprophylaxe
  • Primärprävention von Thromboembolien bei Knie- und Hüftgelenksersatz
  • Behandlung von Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern, die bereits einen Schlaganfall, eine transistorische ischämische Attacke oder eine Herzinsuffizienz aufweisen

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Wenig Interesse an Telemedizin
Stada-Umfrage: Arzt sticht App»
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen»
Hausärzte klagen über fehlenden Impfstoff
„Womit sollen die Apotheken impfen?“»
Pfeiffer befürchtet Beitragssteigerung
Kassen wollen Ausgaben drücken»
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr»
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken»
Beeinflussung von Metastasen
Palmfett, Rezeptoren und Krebs»