Covid-19: Ursapharm will Bromelain testen

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Berlin -

Im Kampf gegen Covid-19 wurden schon verschiedenste Wirkstoffe getestet. Darunter sind immer wieder auch bereits bekannte Vertreter. Ursapharm will nun das Enzym Bromelain bei Covid-19 testen und sucht dafür Studienteilnehmer:innen.

Gemeinsam mit dem Forschungsinstitut ClinCompetence Cologne sucht der Arzneimittelhersteller Ursapharm nach freiwilligen Corona-Patient:innen, die im Rahmen einer Studie den Wirkstoff Bromelain erhalten sollen. Die Untersuchung soll mögliche Linderungseffekte während einer Erkrankung durch das Enzym zeigen – im Idealfall sogar die Verhinderung eines schweren Verlaufes.

Studie soll Effekt von Bromelain ermitteln

Durchgeführt wird die Studie im Raum Hamburg und Köln. Covid-Patient:innen zwischen 18 und 60 Jahren aus den beiden Regionen können sich melden. Die Proband:innen sollen unter mindestens einem typischen Symptom – Fieber, Kurzatmigkeit, Husten, Geschmacks- oder Geruchsverlust – leiden und nicht von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen sein. Außerdem sollen keine schweren, behandlungsbedürftigen Vorerkrankungen vorliegen, beispielsweise Diabetes oder Hypertonie. Schwangere und stillende Frauen sind ebenfalls von einer Teilnahme an der Studie ausgeschlossen.

Die Teilnehmer:innen erhalten über einen Zeitraum von elf Tagen jeweils Bromelain oder Placebo. Während der Erkrankung müssen sie ein Symptomtagebuch mittels Tablet ausfüllen. Das Gerät geht nach der Studie in den eigenen Besitz über. Außerdem erhalten die Teilnehmer:innen 200 Euro als Aufwandsentschädigung. Insgesamt sollen 120 Patient:innen eingeschlossen werden. Mit ersten Ergebnissen rechnet Ursapharm im ersten Quartal 2022.

Enzym aus der Ananas

Bromelain ist ein pflanzliches Enzymgemisch, welches aus der Ananaspflanze gewonnen wird. Dem Enzym werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben: Schwellungen gehen zurück, außerdem wird die Blutgerinnung beeinflusst, indem die Thrombozytenaggregation verhindert wird. Bromelain kommt daher insbesondere nach Operationen im Zahn-, Nasen- und Nebenhöhlenbereich zum Einsatz, aber auch bei starken Verbrennungen oder rheumatischen Erkrankungen und Sportverletzungen.

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