BfArM-Ausschreibung: Zwei Tonnen Cannabis pro Jahr

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Berlin - Die neue Cannabisagentur des Bundes will den Hanfanbau zu medizinischen Zwecken nach einem Bericht stark ausbauen. 2021 und 2022 wolle sie im staatlichen Auftrag je 2000 Kilogramm Cannabis in Deutschland anbauen lassen, schreibt das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Das gehe aus Unterlagen zum Vergabeverfahren hervor, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erstellt habe.

Rechnerisch entspreche die Jahresmenge dem Durchschnittsverbrauch von fast 5500 Patienten. Bisher haben rund 1000 Patienten eine Ausnahmegenehmigung für Cannabis. Für sie werden 365 Kilogramm Cannabis pro Jahr benötig. Der Weg für Cannabis als Medizin auf Kosten der Krankenkassen wird durch ein neues Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) frei, das Bundestag und Bundesrat vor kurzem beschlossen haben.

Im Gesetz ist vorgesehen, dass beim BfArM eine Cannabisagentur eingerichtet wird. Diese soll den Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland steuern und kontrollieren. Dazu soll ein EU-weites Ausschreibungsverfahren gestartet werden; Aufträge werden dann an geeignete Unternehmen vergeben. Ziel ist es laut BfArM, die Versorgung künftig mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität sicherzustellen. Die Cannabisagentur wird zur Abteilung „Besondere Therapierichtungen“ gehören.

Das BfArM geht davon aus, dass erst 2019 Cannabis aus Deutschland zur Verfügung stehen wird: Da Cannabis zu medizinischen Zwecken als Arzneimittel einzustufen sei, müssten alle arznei- und betäubungsmittelrechtlichen Anforderungen erfüllt werden. Laut BfArM kann nur solches Cannabis verwendet werden, das entsprechend der Vorgaben der „Guten Praxis für die Sammlung und den Anbau von Arzneipflanzen“ (Good Agricultural and Collection Practice, GACP) angebaut wurde und die Vorgaben der relevanten Monografien und Leitlinien erfüllt.

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