Antikoagulantien senken Demenzrisiko

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Berlin - Der Zusammenhang zwischen Vorhofflimmern und dem kognitiven Leistungsabfall ist bekannt. Unklar war bislang, ob die Behandlung mit oralen Antikoagulantien das Risiko für eine Demenz mindern kann. Wissenschaftler aus Stockholm haben den Zusammenhang untersucht und ihre Ergebnisse im „European Heart Journal“ veröffentlicht.

Die retrospektive Registerstudie umfasste 444.106 Patienten und somit mehr als 1,5 Millionen Patientenjahre. Die Teilnehmer hatten zwischen 2006 und 2014 die Diagnose Vorhofflimmern erhalten, waren jedoch nicht an Demenz erkrankt. Die Wissenschaftler der Abteilung für klinische Wissenschaften vom Karolinska Institut an der Universitätsklinik Danderyd in Stockholm werteten die Patientendaten aus zwei schwedischen Registern aus. Im Beobachtungszeitraum wurde bei etwa 26.000 Patienten eine Demenz diagnostiziert.

Insgesamt 43 Prozent und somit ein Großteil der Patienten war auf einen Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon eingestellt. Lediglich etwa 3 Prozent wurden mit einem Arzneimittel aus der Gruppe der neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) wie Rivaroxaban, Edoxaban, Apixaban oder Dabigatran behandelt. Mehr als 50 Prozent wurden trotz Diagnose Vorhofflimmern nicht mit einem Antikoagulans behandelt.

Im Ergebnis wurde zu Beginn der Antikoagulantien-Therapie eine Reduktion des Demenzrisikos um 29 Prozent verzeichnet – im Vergleich zu Patienten mit Vorhofflimmern, die nicht mit entsprechenden Arzneimitteln behandelt wurden. Bei kontinuierlicher Einnahme über einen längeren Zeitraum konnten die schwedischen Wissenschaftler eine Minderung des Risikos um 48 Prozent verzeichnen. Dabei war es unerheblich, ob die Patienten mit einem Vitamin-K-Antagonisten oder einem NOAK behandelt wurden. Entscheidend scheint jedoch der Beginn der Therapie. Eine frühe und konsequente Therapie kann für eine Risikoreduktion wichtig sein.

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