„Wir sind doch nicht in der Stuttgarter Königstraße“

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Berlin - Nicole Quandt gibt ihre Alte Apotheke in Schramberg auf und wechselt in den benachbarten Gemeindeteil Sulgen. Der Hauptgrund für den Standortwechsel ist das neue Ärztehaus, in dem eine Konkurrentin die insgesamt fünfte Apotheke der Kernstadt eröffnen will. Viele der Mediziner, die jetzt noch im Umfeld der Alten Apotheke fußläufig gut zu erreichen sind, ziehen dann ins sogenannte Medzentrum.

Die Umbauarbeiten sollen in den kommenden Wochen beginnen, der Umzug ist für spätestens Oktober geplant, berichtet Quandt: „Mir kann es gar nicht schnell genug gehen.“ Die Apothekerin gehört zu der Sorte Mensch, die – ist eine Angelegenheit erst einmal beschlossen – zielstrebig darauf hinarbeitet. So konsequent sie nun die Standortverlegung vorantreibt, so entschieden hat die Apothekerin es abgelehnt, die Spielchen der Immobilieneigentümer zu spielen, die in Apotheken oftmals nicht nur langfristige, sondern auch äußerst solvente Mieter sehen.

Vor rund drei Jahren wurde Quandt angeboten, eine Apotheke in dem neuen Ärztehaus, das damals noch in der Planungsphase war, zu betreiben. Erst sei sie dem Vorhaben sehr aufgeschlossen begegnet. Schließlich erweist sich ein Ärztehaus häufig als ein lukrativer Standort für eine Apotheke.

Doch als der künftige Vermieter die genauen Konditionen – vor allem den Mietpreis – genannt hat, zog sich die Pharmazeutin entgeistert aus dem Projekt zurück: „Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, dass jeder sein Geld verdienen möchte, aber wir sind hier nicht in der Stuttgarter Königstraße, sondern in Schramberg.“ Sie lehnte dankend ab.

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