Apothekenumzug

Nach der Schließung ist vor der Übernahme

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Berlin -

Etwa 15 Jahre lang hat Apotheker Carsten Pötter die Land-Apotheke im niedersächsischen Heiligenloh geführt. Zum Monatsende muss er schließen: Die Bilanzen sprachen gegen den Standort. Über seinen Großhändler fand Pötter allerdings im Umkreis eine andere Apotheke, die er nur eine Woche nach der Schließung übernehmen wird.

Im Frühjahr stand es für Pötter fest: Er wird die Land-Apotheke Heiligenloh aufgeben. „Die Bilanzen zeigten, dass die Apotheke keine weiteren zehn Jahre bestehen könnte“, erklärt er. Seit der Apothekengründung im Jahr 2001 habe er immer „gut zu tun“ gehabt. Doch im vergangenen Jahr sei der Umsatz stark zurückgegangen. Zudem kündige sich an, dass der Arzt in dem Ort mit weniger als 1000 Einwohnern keinen Nachfolger finden werde. „Ohne die Praxis kann die Apotheke nicht existieren“, so Pötter.

Nachdem die Schließung feststand, hörte sich der 54-jährige Apotheker um, ob eine Apotheke in der Umgebung einen Nachfolger suchte. Der Außendienstmitarbeiter seines Großhändlers verwies ihn an die Abtei-Apotheke im etwa 20 Kilometer entfernten Visbek. Vor acht Wochen stand schließlich fest, dass Pötter die Apotheke von Lutz Willigmann übernehmen würde.

Pötter wird die Land-Apotheke Heiligenloh am 30. August zum letzten Mal öffnen. In der Abtei-Apotheke – die ihren Namen behalten wird – wird es für ihn am 8. September weitergehen. Das Personal der Land-Apotheke will Pötter mitnehmen: „Die Teams beider Apotheken werden zusammengeführt.“

In der Woche zwischen der Schließung und der Übernahme will Pötter den Umzug über die Bühne bringen. „Das ist schon Stress“, räumt er ein. Im Moment kümmert er sich vor allem um die Schließung der Land-Apotheke. Die nötigen Formalitäten wie die Abmeldung bei der Apothekerkammer habe er schon erledigt. Nun sei er bereits mit Kistenpacken beschäftigt: Die Sichtwahl soll in die Abtei-Apotheke mitgenommen werden. Die Rx-Medikamente werde der Großhändler zurücknehmen.

Pötter wird außerdem die Inneneinrichtung seiner Apotheke zum neuen Standort mitnehmen. Dort muss der Tischler die Einrichtung noch ausbauen. Diese werde nicht weiterverkauft, sondern zu „Kaminholz“, sagt Pötter.

Die Aufgabe der Land-Apotheke ist für den Inhaber kein leichter Schritt: „16 Jahre hinterlassen Spuren. Der Abschied fällt nicht leicht“, sagt Pötter. Auch die Bewohner von Heiligenloh bedauerten, dass die Apotheke schließe. „Leider kommt es nicht nur auf die an, die zu uns gekommen sind, sondern gerade auf die, die nicht kommen“, sagt Pötter. Er hofft, dass ihm Stammkunden nach Visbek folgen werden. „Einige haben das bereits angekündigt.“

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