Fünf Jahre Haft für falschen Arzt

, Uhr aktualisiert am 24.07.2019 15:51 Uhr

Berlin - Zu einer Haftstrafe von fünf Jahren ist in Kassel ein Hochstapler vor dem Landgericht verurteilt worden. Der 37-Jährige hatte mit falschen Dokumenten mehrfach als Arzt gearbeitet und dabei Behandlungsfehler gemacht.

Vor Gericht flehte er unter Tränen um Nachsicht wegen seiner drei Kinder. Das Urteil mache ihn kaputt. „Sie haben sich selbst kaputt gemacht“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte sei unbelehrbar, weil er selbst dann weiter betrog, als er bereits wegen ähnlicher Vergehen verurteilt worden war. Das neue Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der libysche Staatsangehörige wurde unter anderem wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, Betrug und versuchter Körperverletzung schuldig gesprochen. Er muss außerdem 22.000 Euro zurückzahlen, die er als Arzt verdient hatte. Die vorige Verurteilung zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft wurde in die neue Strafe eingerechnet.

Der Mann hatte sich eine ganze Sammlung von gefälschten Unterlagen zugelegt – von Zulassungen bis zur Aufenthaltsberechtigung. So täuschte er Arbeitgeber und Personalvermittler. Er wurde in einer Kasseler Praxis, einer Klinik in Melsungen im Schwalm-Eder-Kreis sowie in einer Klinik im bayerischen Kemnath eingestellt. In Libyen hatte der Mann zwar eine medizinische Ausbildung gemacht. Bei einer Kenntnisprüfung in Deutschland war er aber durchgefallen.

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