Union diskutiert über kontrollierte Cannabis-Freigabe

, Uhr
Berlin -

Bis zu vier Millionen konsumieren in Deutschland Cannabis. Und etwa neun Prozent aller 12- bis 17-Jährigen haben im vergangenen Monat gekifft, so ein Experte. Die CDU diskutiert nun: Wie künftig umgehen mit der Droge?

In der Union mehren sich die Stimmen, die sich gegen die bisherige strikte Ablehnung einer Cannabis-Freigabe wenden. So kann sich der CDU-Innenpolitiker Marian Wendt eine solche Legalisierung vorstellen. „Cannabis könnte für den Eigenbedarf freigegeben werden, natürlich bei kontrolliertem Anbau und kontrollierter Abgabe. Die freiwerdenden Ressourcen in Polizei und Justiz sollten genutzt werden, um massiv gegen den illegalen Handel vorzugehen“, sagte Wendt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Man muss die gesellschaftlichen Realitäten anerkennen“.

Zuvor war auch die neue Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) von der strikten Haltung der Unionsparteien gegen eine Cannabis-Freigabe abgerückt. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte sie: „Wir müssen aufhören mit ideologisch aufgeladenen Schwarz-oder-Weiß-Debatten, denn so kommen wir schlichtweg nicht weiter.“ Zentral sei für sie die Frage: “Was schützt am Ende des Tages die Gesundheit der Menschen, insbesondere von Jugendlichen, am besten, und welcher Weg ist für die Situation hierzulande der sinnvollste?“

Ludwig hatte bereits im September in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein Ende der „Verbotspolitik“ und einen „Neuanfang“ in der Debatte gefordert. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Unionsfraktion Karin Maag sagte „Neuen Osnabrücker Zeitung“ auf die Frage, ob auch die Union über eine Freigabe von Cannabis nachdenke: „Selbstverständlich denken wir darüber nach, und zwar schon seit Jahren. Natürlich wird man nicht vom einmaligen Gebrauch süchtig“, ergänzte sie. „Genau deshalb haben wir uns auch verschiedene Projekte einer kontrollierten Abgabe angesehen.“

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen »
Video-Interview Michael Theurer (FDP)
Impfpässe: Das will die FDP von den Apotheken »
Mehr aus Ressort
Einsam durch Corona
Apotheke als Sozialstation »
Mann bricht durch Schaufenster
Einbrecher verblutet fast in Apotheke »
Weiteres
Wenig Interesse an Telemedizin
Stada-Umfrage: Arzt sticht App»
EU muss Schnittstellen-Verordnung absegnen
E-Rezept: Vorerst keine Daten für Vor-Ort-Plattformen»
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr»
Millionen Stück ohne Sonderzulassung
Medice-Laientests: Resterampe bei Netto»
Beeinflussung von Metastasen
Palmfett, Rezeptoren und Krebs»
Strafrechtler Dr. Patrick Teubner
FAQ: Gefälschte Impfausweise»