Kommentar

Steinbach schießt gegen Ratiopharm Tobias Lau, 04.03.2019 17:31 Uhr

Berlin - Die ehemalige CDU-Politikerin Erika Steinbach meldet sich mal wieder mit Kritik an den gesellschaftlichen Zuständen zu Wort. Diesmal schießt sie jedoch nicht gegen angebliche „Gutmenschen“ oder „linke Chaoten“, sondern gegen Arzneimittelhersteller. Genauer gesagt gegen Ratiopharm, Allergan und Nordmark. Denn die tragen aus ihrer Sicht mit ihren Beipackzetteln zur Islamisierung des Abendlandes bei.

Erika Steinbach hat sich schon mit so mancher steilen These zum öffentlichen Gespött gemacht. Da wies sie beispielsweise darauf hin, dass die Nazis doch gar nicht „rechts“, sondern eigentlich „links“ gewesen seien – schließlich habe es ja „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei” geheißen. Die 75-Jährige war lange als Rechtsauslegerin der CDU bekannt und sorgte häufig mit ihrer erzkonservativen Weltsicht für Debatten. Spätestens als sie ihre Partei 2017 verließ und im Bundestagswahlkampf die AfD unterstützte, war die einst prominente Politikerin auch in der Union bei den meisten abgehakt.

Statt nach Ende ihrer Abgeordnetenkarriere den Ruhestand zu genießen, verdingt sich Steinbach nun als Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, schreibt für neurechte Gazetten wie den Deutschland-Kurier und bespaßt ihre Filterblase auf Twitter. Nun hat sie sich die stramme Reaktionärin nach Muslimen, Homosexuellen und Linken neue Feinde ausgesucht: Ratiopharm, Allergan und Nordmark. Deren Medikamente solle man „besser meiden“, verriet sie ihren knapp 27.000 Twitter-Followern.

Der Grund ist kein Geringerer als die Islamisierung des Beipackzettels. In ihrem Tweet verlinkt sie auf die Seite des nationalkonservativen Blogs „Tichys Einblick“, eine der renommiertesten Seiten gutbürgerlicher Islamophobie. Darin ereifert sich Kolumnist Alexander Wallasch über die, wie er insinuiert, falsche Rücksichtnahme und Bevorteilung von Muslimen hierzulande. Denn in der Packungsbeilage findet sich tatsächlich ein Auszug aus dem Koran! Hintergrund: Pankreatin Mikro wird aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen. Bekanntermaßen ist das für gläubige Muslime nicht ganz unproblematisch.

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