Protestaktion in München

Nach Nonnen-Poster: Kirche wirbt mit Apothekerin Tobias Lau, 12.12.2018 11:52 Uhr

Berlin - Sonja Holzer zeigt, dass man auch mit Humor zum Ziel kommt. Die Inhaberin der Münchner Kloster-Apotheke hatte mit einem Poster einen Leerstand angeklagt, den die katholische Kirche mitten in der Innenstadt drei Jahre zugelassen hat. Nun hat ihr die Kirche einen frohen Weihnachtsboten geschickt: Die Kurie waltet nun endlich ihrer gesellschaftlichen Pflicht und lässt sanieren. Und lässt sich auf das Spiel mit dem Plakat ein.

Der Max-Weber-Platz nahe dem Münchner Maximilianeum: Teurer kann man in Deutschland kaum wohnen, schwerer kaum eine Wohnung oder Geschäftsräume finden. Wie Hohn wirkt es da, dass mitten auf dem Platz ein herrlicher Gründerzeitbau seit drei Jahren leer steht. Die potentiellen Mieter würden gewiss Schlange stehen, doch der Besitzer verschleppt Sanierung und Neuvermietung seit Jahren. Selbst die Münchner Stadtpolitik hat sich mit dem Kuriosum bereits befasst – denn der Eigentümer des Gebäudes ist die Emeritenanstalt der Erzdiözese München und Freising.

Das hat Holzer erzürnt, deren Offizin schräg gegenüber des Gebäudes liegt. Bei einem derartigen Mangel an Mietfläche, wie er in München herrscht, müsse der Platz im Interesse der Bürger genutzt werden, fordert sie. Grimmig blickte deshalb eine Nonne aus dem Schaufenster und zeigte auf die verklebten Fenster des ehemaligen Fotogeschäfts auf der anderen Straßenseite: „Da drüben gibt es seit 3 Jahren Leerstand!“, hieß es auf einem Plakat, das sie eigens von einer Agentur hatte anfertigen lassen. „Liebe katholische Kirche, bitte sanieren und vermieten – Danke!“, stand darunter. Damit erregte sie einiges lokales Aufsehen, die Süddeutsche Zeitung wurde darauf aufmerksam – und die katholische Kirche. Plötzlich kam Bewegung in den Fall.

„Plötzlich rief uns die Kirche an“, erzählt Holzer. „Kurz darauf kam ein netter Herr bei uns vorbei, um uns zu erklären, warum es so schwierig ist, das Gebäude sanieren und neu vermieten zu lassen.“ Wer genau dieser „nette Herr“ war, könne sie aus Diskretionsgründen nicht verraten. Nur so viel: „Er war ein offizieller Vertreter der Kirche.“ Die hatte sich bereits Anfang des Jahres gegenüber der Stadtpolitik für die verschleppte Sanierung rechtfertigt, indem sie auf eine Immobilienfirma verwies, durch die die Vermietung erfolgen müsse. Die wiederum verwies darauf, dass das Baureferat der Erzdiözese erst das Geld für die Sanierung freigeben müsse. Aufgrund geänderter diözesaner Bauregeln sei das aber bis dato noch nicht geschehen.

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