Barrierefreiheit

Inklusion: Kein Thema für Apotheken? APOTHEKE ADHOC, 20.09.2018 10:25 Uhr

Berlin - Arzt, Apotheker oder Lehrer – jeder hat seinen eigenen Traumjob. Nicht immer ist der Weg zum Traumberuf einfach, vor allem für Menschen mit einer Behinderung. Nach wie vor gibt es zu viele Ressentiments bezüglich der Beschäftigung von Arbeitnehmern mit Handicap. Ein aktueller Bericht der Bundesregierung zeigt: Menschen mit Behinderung haben im Arbeitsleben massive Probleme. In Deutschland gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Arbeitnehmer mit Behinderung. Die Vielfalt der unterschiedlichen Leistungen ist überwältigend und verwirrend.

Immer wieder wird in der Apothekenbranche darüber diskutiert, wie man für die Kunden Barrierefreiheit herstellen kann. Die Pflicht dazu ist inzwischen sogar in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) festgeschrieben. Doch nicht nur Kunden sollen sich frei bewegen können, sondern auch die Mitarbeiter, vor allem diejenigen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Doch das ist offenbar kein Thema in der Branche.

Anfragen bei mehreren Landesapothekerkammern brachten: Nichts. „Die Nachfrage bei uns im Haus hat ergeben, dass das Thema Arbeiten mit körperlicher Behinderung in der Apotheke keines ist, mit dem unsere Mitglieder in der Vergangenheit an uns herangetreten sind“, sagt etwa eine Sprecherin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe. Auch bei der Adexa soll es in den vergangenen Jahren nur einigen wenigen Einzelfällen Beratungsbedarf gegeben haben. Es bleibt dabei unklar, ob Apotheken besonders inklusiv sind und daher keine Probleme auftauchen, die von den Arbeitnehmern gemeldet werden. Oder aber: Behinderte Menschen trauen sich erst gar nicht, einen Apothekenberuf zu ergreifen.

Formale Zugangseinschränkungen gibt es für Apothekenberufe keine. Eine wichtige Hürde auf dem Weg zu Approbation – zumindest für Menschen mit Behinderung – ist allerdings das Gesundheitszeugnis. Darin bestätigt ein Arzt, dass der Apotheker in spe zur Ausübung seines Berufs geeignet ist. Eine Liste, die von vornherein Menschen mit bestimmten Erkrankungen ausschließt, gibt es allerdings nicht. Ob ein Pharmazeut mit einem schweren Sehfehler oder einer rheumatoiden Arthritis als Apotheker arbeiten darf, hängt somit zu großen Teilen davon ab, wie gut er mit der Einschränkung umgehen kann und wie sein Hausarzt das einschätzt.

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