Teil 1

Häufige Impfeinwände – Erklären und zuhören

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Einwand 4: Impfstoffe verändern das Erbgut

Gerade zu Beginn der Pandemie wurden Bedenken geäußert, dass die Impfstoffe das Erbgut verändern könnten. Dabei wirken Comirnaty (Biontech) und Spikevax (Moderna) als mRNA-Impfstoffe an den Ribosomen und gelangen gar nicht in den Zellkern, also an den Ort, wo sich das Erbgut befindet. Je nach Technologie haben Vakzine einen anderen Wirktort. Auch Totimpfstoffe gelangen nicht in den Zellkern. Eine Ausnahme bilden hier die Vektorimpfstoffe, sie gelangen in den Zellkern. Das Risiko der Erbgutveränderung wird von Expert:innen als sehr gering eingestuft. Neben den Corona-Vektorimpstoffen sind bereits Vakzine gegen Ebola und Dengue-Fieber, die auf der Vektortechnologie beruhen zugelassen.

Das RKI schreibt zu Vaxzevria und Covid-19-Vaccine Janssen: „Bei natürlicher Infektion mit Adenoviren wurde bisher keine genetische Veränderung menschlicher Zellen beobachtet. Adenovirale Vektoren gelten generell als nichtintegrierende Vektoren, das heißt sie integrieren ihr Erbgut nicht ins Zellgenom. […] Auch vor dem Hintergrund, dass sich die adenoviralen Vektoren – anders als die natürlichen Erkältungsviren – aufgrund genetischer Veränderungen nicht im menschlichen Körper vermehren und schnell vom Körper eliminiert werden, besteht nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft kein Risiko durch eine Integration der Adenovirus-Vektor-DNA in das menschliche Genom.

Einwand 5: Imfpungen sollen der Pharmaindustrie nur Geld bringen

Natürlich verdienen Pharmahersteller auch mit Impfstoffen Geld. Im Vergleich zu den Einnahmen durch Arzneimittel ist der Betrag jedoch gering. Denn anders als Arzneimittel, die wiederholt oder sogar regelmäßig eingenommen werden müssen, werden Impfstoffe nur wenige Male (teilweise einmalig) verabreicht. Zur Einordnung: Im Jahr 2014 haben die gesetzlichen Krankenkassen rund 194 Milliarden Euro ausgegeben. Eine Milliarde Euro entfiel dabei auf Impfstoffe, 33 Milliarden Euro auf Arzneimittel.

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