Wie können Ungeimpfte überzeugt werden?

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Berlin -

Die Impfung gegen Sars-CoV-2 gewinnt aufgrund der steigenden Inzidenzen und laufenden Booster-Impfungen nochmals an Bedeutung. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat eine Forsa-Umfrage in Auftrag gegeben, um die Gründe derjenigen zu hinterfragen, die sich bisher gegen eine Impfung entschieden haben. Sie zeigt, dass die Argumente vielfältig sind und es verschiedene Gruppierungen gibt. Nicht alle sind dabei grundsätzlich gegen eine Impfung. Vor allem die Zulassung klassischer Impfstoffe könnte die Impfbereitschaft erhöhen – weitere Einschränkungen könnten demnach allerdings das Gegenteil bewirken.

Die Forsa-Umfrage wurde vom BMG in Auftrag gegeben, um mögliche Impfhindernisse und Gründe für die Entscheidung gegen eine Corona-Schutzimpfung zu identifizieren. Außerdem sollte ermittelt werden, welche Wirkung konkrete Maßnahmen auf die künftige Impfentscheidung haben können. Die Umfrage wurde online zwischen Ende September und Mitte Oktober durchgeführt. Insgesamt wurden mehr als 3000 Ungeimpfte in Deutschland befragt.

Nicht geimpft: Welche Typen gibt es?

Bei der Umfrage zeigte sich zunächst, dass es innerhalb der Gruppe der Ungeimpften verschiedene Typen gibt. Im Rahmen der Analyse der Ergebnisse wurde dann auch zwischen den einzelnen Typen unterschieden. Allerdings seien die Gruppen nicht immer klar voneinander abzugrenzen, da es häufig Überschneidungen gibt.

  • „Existenzleugner“: Personen, die die Existenz des Coronavirus in Frage stellen oder abstreiten
  • „Diktatur-Vermuter“: Personen, die eine „Corona-Diktatur“ befürchten oder hinter den Corona-Beschränkungen ein alternatives Motiv vermuten
  • „Skeptiker“: Befragte, die weder die Existenz des Coronavirus anzweifeln noch an eine „Corona-Diktatur“ glauben, jedoch den beschlossenen Maßnahmen und der Medienberichterstattung sehr kritisch gegenüberstehen
  • „Ohne Nähe zu Querdenkern": Personen, die die typischen Ansichten der „Querdenker“-Bewegung nicht teilen

Die häufigsten genannten Gründe gegen eine Impfentscheidung (ohne vorgegebene Antwortmöglichkeiten):

  • 34 Prozent halten die verfügbaren Impfstoffe für nicht ausreichend erprobt
  • 18 Prozent haben Angst vor Nebenwirkungen
  • 16 Prozent lehnen einen Impfzwang ab – sie gaben an, nach eigenem Ermessen handeln zu wollen
  • 15 Prozent zweifeln an der Sicherheit der Impfstoffe
  • 15 Prozent vertrauen den offiziellen Informationen zur Schutzimpfung und dem Coronavirus nicht
  • 15 Prozent haben Angst vor Impfschäden oder Langzeitfolgen
  • 12 Prozent zweifeln an der Wirksamkeit der Impfstoffe
  • 10 Prozent schätzen das Risiko höher als den Nutzen ein
  • 9 Prozent: nehmen das Risiko selbst schwer an Covid-19 zu erkranken wird als gering wahr
  • 8 Prozent hoffen auf alternative Impfstoffe
  • 8 Prozent gaben gesundheitliche Gründe an
  • 8 Prozent nehmen die Gefährlichkeit des Virus wird als gering wahr
  • 7 Prozent verlassen sich auf das eigene Immunsystem
  • 5 Prozent gaben Schwangerschaft/Stillzeit als Grund an

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