Seit mehr als einem Jahr ist Peter S. frei. Der Pfusch-Apotheker von Bottrop hat acht Jahre Haft abgesessen, jetzt ist er auf Bewährung draußen. Ein Bild-Reporter, dessen Vater zu den Opfern gehören könnte, traf ihn – seine Hoffnung auf Einsicht wurde enttäuscht.
Auf das Treffen mit dem Reporter scheint sich S. aus freien Stücken eingelassen zu haben, doch von Einsicht oder Reue keine Spur. Eine Unterdosierung hätten den Onkologen auffallen müssen, so eine seiner dubiosen Ausreden. Warum die bestellten Wirkstoffmengen so viel niedriger waren als die abgerechneten? Überfüllungen, so die Antwort von S. Auch sonst sind seine Antworten immer wieder relativierend. Auf die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, die am Ende zur strafrechtlichen Verurteilung, zum Einzug seines Vermögens und zum Verlust seiner Approbation geführt haben, antwortet er ausweichend.
Mehr als eine Stunde lang kontrontiert ihn der Journalist. Doch auf alles habe S. sich eine Rechtfertigung zurechtgelegt.
Wenn es eng wird, antwortet er nur knapp, er dürfe nichts sagen. Die Suche nach einer Erklärung endet für den Bild-Reporter genauso enttäuschend wie für die Betroffenen und Beobachter im Prozess. Damals hat der Apotheker stets geschwiegen, und auch jetzt übernimmt er keine Verantwortung. „Peter S. möchte, dass es nach Verschwörung riecht, hier in diesem Wald im Ruhrgebiet, aber es riecht nur nach Laub, Tannennadeln und Angstschweiß.“
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