„Wie am Schnürchen“: Großhändler sind mit sich zufrieden

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Berlin -

„Sie haben einen Ruf zu verlieren“, so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Großhändlern in Sachen Corona-Impfstoff mit auf den Weg gegeben haben. Tatsächlich lief die erste Runde weitgehend reibungslos. Der Branchenverband Phagro jedenfalls ist zufrieden.

Die Impfstofflogistik über den pharmazeutischen Großhandel sei erfolgreich gestartet, so der Phagro. Die Prozesse seien neu und anspruchsvoll, das Handling der Impfstoffe komplex und aufwändig. Dazu komme, dass die begrenzte Anzahl an Impfstoffdosen so fair wie möglich verteilt werden müsse. Trotz all dieser Herausforderungen hätten die Großhändler die flächendeckende Verteilung der ersten Impfstofflieferung sichergestellt, so das Fazit des Phagro. Die Vorbereitungen für die zweite Lieferung liefen bereits und die Großhändler stellten sich für Ende April auf steigende Impfstoffmengen ein.

Die Arbeitswoche nach Ostern habe mit einer Premiere begonnen: Schon in den frühen Morgenstunden des 6. April hätten die Mitarbeiter Kühlkisten mit Impfstoff und Impfzubehör gepackt. Bis Mittwochmorgen seien alle rund 940.000 Impfstoffdosen deutschlandweit an die Apotheken verteilt worden. „Trotz neuer und anspruchsvoller Prozesse hat die Logistik der pharmazeutischen Großhändler wie am Schnürchen funktioniert“, so der stellvertretende Phagro-Vorsitzende Marcus Freitag. Die vollversorgenden Großhandlungen haben damit wieder einmal bewiesen, dass sie für die flächendeckende Arzneimittelversorgung unersetzlich sind. Wir liefern!“

Jetzt gehe es darum, die komplexe Impfstofflogistik und die schnell steigenden Mengen in den Großhandelsalltag zu integrieren. Dazu optimierten die Großhändler ihre Logistikprozesse und justierten entsprechend nach. Schon Ende des Monats soll die Zahl der Impfstoffdosen deutlich höher sein als jetzt. „Die Kapazitäten dafür haben wir“, sagt Freitag, „und die vorab mit den Aufsichtsbehörden definierten Handlingprozesse sind gut angelaufen.“ Vor allem die Anforderungen an die Lager- und Transporttemperatur des Biontech-Impfstoffs seien höher als bei den meisten anderen Arzneimitteln und Impfstoffen. Die dafür vorgesehenen sicheren Prozesse seien in der ersten Lieferwelle durchweg strengstens eingehalten worden. „Das werden wir auch künftig sicherstellen.“

Auch die möglichst faire Verteilung der Impfstoffe entsprechend des vorab definierten Bevölkerungsschlüssels der Bundesländer habe gut funktioniert. Dabei konnten die Großhändler laut Phagro auf ihre Erfahrung bei anderen engpassbetroffenen Arzneimitteln und Impfstoffen zurückgreifen.

„Mit der sicheren, schnellen und flächendeckenden Verteilung der Covid-19-Impfstoffe stellt der pharmazeutische Großhandel erneut seine Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit unter Beweis“, so Freitag. „Wir leisten gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unseren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie. Die Bestellungen der Apotheken für nächste Woche liegen bereits vor und ab kommendem Montag werden wir wieder liefern!“

 

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