Orale Kontrazeptiva

TK: Pillen-Verordnungen nehmen weiter ab APOTHEKE ADHOC, 16.08.2019 13:28 Uhr

Berlin - Die immer wieder aufkommenden Debatten um Nebenwirkungen und mutmaßliche Gefahren hormoneller Kontrazeptiva wirken sich anscheinend auf die Zahl der Anwenderinnen aus. Zu diesem Schluss kommt die Techniker Krankenkasse (TK) in einer Auswertung anlässlich des Tages der Antibabypille. Für die Kasse ist das ein gutes Zeichen für die gesellschaftliche Diskussion.

Immer weniger junge Frauen verhüten mit de Antibabypille, zumindest bei der TK: Mit 48 Prozent bekam vergangenes Jahr nicht einmal jede zweite TK-Versicherte zwischen 16 und 19 Jahren die Pille verordnet. In den Jahren 2013 und 2014 waren es noch 60 Prozent gewesen. Das habe die Auswertung von Routinedaten ergeben. Besonders stark zurückgegangen sei dabei der Anteil der 19-Jährigen mit mindestens einer Pillenverordnung: Um 15 Prozentpunkte ist die Zahl in den fünf Jahren zwischen 2013 und 2018 zurückgegangen. 2018 nahmen demnach 59,5 Prozent von ihnen die Pille, 2013 waren es noch 74 Prozent gewesen. Insgesamt hat die TK nach eigenen Angaben 191.100 Versicherte zwischen 16 und 19 Jahren.

Darüber hinaus zeige die Auswertung, dass mittlerweile etwas mehr junge Frauen Pillen der dritten und vierten Generation nehmen, 48 Prozent sind es. Demgegenüber nehmen 46 Prozent Pillen der ersten und zweiten Generation. Während dort das synthetische Gestagen Levonorgestrel zum Einsatz kommt, enthalten Pillen der dritten und vierten Generation Chlormadinon, Dienogest Drospirenon oder Nomegestrolacetat.

Rund jede dritte Anwenderin leidet an Nebenwirkungen, zahlreichen Studien zufolge sind die Pillen der neuen Generationen mit höheren Nebenwirkungsrisiken verbunden, insbesondere einem anderthalb bis zweifach erhöhten Risiko für Thrombosen oder Lungenembolien. So erkranken bei ihnen statistisch gesehen 12 von 10.000 Frauen an Embolien, bei Anwenderinnen von Pillen der ersten beiden Generationen sind es 5 bis 7. Zum Vergleich: Von den Frauen, die keine oralen Kontrazeptiva anwenden, erkranken im Schnitt 2 von 10.000 an einer venösen Thromboembolie. Zwischen sechs und sieben Millionen Frauen in Deutschland verhüten mit der Antibabypille.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort

Weiteres
Coronavirus

Deutschlandfunk zu Lage der Apotheken

Schmidt: Politik muss sich zu Apotheken bekennen»

Fliegen während der Covid19-Pandemie

Hygieneregeln: App soll kontaktloses Reisen ermöglichen»

Studie zeigt positive Ergebnisse

Interferon beta: Inhalativ gegen Covid-19?»
Markt

Marcol steigt ein

Aponeo-Investor übernimmt Fernarzt.com»

Produzent wird Großhändler

Demecan startet Cannabis-Onlineshop für Apotheken»

Modellprojekt gesucht

Via: Kassen ist Grippeimpfung durch Apotheker zu teuer»
Politik

Lieferengpässe

BfArM-Beirat definiert Wirkstoffliste für EU-Produktion»

Abgeordnetenwatch

Politik-Noten: Eins für Hennrich – Sechs für Merkel»

Modellprojekt

Bayern: Naloxon rettet 70 Drogenabhängige»
Internationales

Kooperation

GlaxoSmithKline steigt bei Curevac ein»

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»
Pharmazie

Rückruf

Spiriva: Abweichende Gebrauchsinformation»

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Sanofi: Weitere Ermittlungen wegen Dépakine»

AMK-Meldung

Rückrufe bei Hexal und Tilray»
Panorama

Apothekervermittlung aus dem Ausland

„Auf Kante genäht“: Bosnisches Apothekerpaar rettet Filiale»

Brennerei statt Labor

Apotheker entwickelt Gin & Co.»

Überraschungsfunde bei Straßenarbeiten

St.Pölten: Apotheker hat Archäologen vor der Haustür»
Apothekenpraxis

„Meine Mitarbeiterinnen haben teils auch Angst“

Shitstorm wegen Attila Hildmann: Drohungen gegen Apotheke»

Neuer Partner für Pro AvO

Optica liefert eRezept-Technologie für Apora»

Faktencheck in Apothekenmagazin

MyLife räumt mit „Apotheken-Legenden“ auf»
PTA Live

SARS-CoV-2-Pandemie

Wann gilt das Beschäftigungsverbot für Schwangere in Apotheken?»

Cabdo-Botendienst

Geschäftsidee geplatzt: Arzneimittel per Limo-Service»

Gürtelrose-Totimpfstoffs

Weiterhin Lieferengpass bei Shingrix»
Erkältungs-Tipps

OP-Maske, FFP und KN95

Wie schützt eine Mund-Nasen-Bedeckung vor Infekten?»

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»
Magen-Darm & Co.

Haferschleim, Zwieback & Banane

Schonkost: Leicht verdaulich & gut verträglich»

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Ernährung, Sport und Vitamine

Schwanger zu werden, ist nicht nur Frauensache»

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»
Medizinisches Cannabis

Wie setzt sich der Abgabepreis zusammen?

Cannabis-Rezept: Taxierung»

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»
HAUTsache gesund und schön

Gefahren bei falscher Pflege

Wimpern und Augenbrauen: Schützende Sensibelchen»

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»