Orale Kontrazeptiva

ARD-Themenabend: Bayer unter Beschuss Alexandra Negt, 24.10.2019 13:02 Uhr

Berlin - Im ARD-Spielfilm „Was wir wussten – Risiko mit der Pille“ ging es gestern abend um die Markteinführung einer Verhütungspille. Durch gezieltes Marketing wollte der Hersteller im Film die Diskussion über schwere Nebenwirkungen wie ein erhöhtes Thromboserisiko verhindern. Direkt im Anschluss widmete sich die Sendung Plusminus den realen Hintergründen. Namentlich genannt wurde nur Bayer – der Konzern weist die Vorwürfe zurück.

„Man hat immer eine Wahl“, das ist im Film der Rat eines Freundes an den Hauptdarsteller. Dieser befindet sich in einem privaten und beruflichen Dilemma: Er verlässt seine Frau für einen Seitensprung mit einer Kollegin, diese möchte keine Beziehung mit ihm aufbauen und so findet sich der Protagonist alleine in einer neuen, leeren Wohnung wieder. Beruflich wird derweil viel von ihm verlangt, da er mitverantwortlich für die Zulassung einer neuen Verhütungspille ist. Diese soll zeitnah auf den Markt kommen, doch aktuelle Studienergebnisse erschweren die Einhaltung der „Deadlines“. So gibt der Film eher Anlass zur Annahme, dass es innerhalb der Pharmabranche nur eine Wahl gibt: Man gibt dem finanziellen Druck nach und glaubt an das Produkt.

Zweifelnde Personen werden mehr und mehr aus einzelnen Meetings ausgeschlossen, wichtige Entscheidungen werden außerhalb der Konzerngebäude in teuren Restaurants gefällt. Rücksprachen zu Themen wie Pharmakovigilanz werden mit Einzelpersonen gehalten, im Ganzen scheinen nur eine Handvoll Personen an der Zulassung des Medikamentes beteiligt. Im Film funktioniert das Team als Einheit nur aufgrund von psychischem Druck und der Angst vor den Konsequenzen bei Nichterreichen der gesetzten Firmenziele. Ein Mitarbeiter, im Film eher eine Randfigur, informiert am Folgetag der Markteinführung die Öffentlichkeit über die möglichen Nebenwirkungen. In der abschießenden Szene ist eine Frau zu sehen, die vor den Vorstandsmitgliedern des Pharmakonzerns über ihr Schicksal berichtet.

Im Abspann des Films wurden Portraits von tatsächlich Geschädigten gezeigt, unter ihnen auch Felicitas Rohrer, die den Pharmakonzern Bayer tatsächlich im vergangenen Jahr auf Schadensersatz verklagt hat. Zwischen den Fotos wurden Fakten zum Thema kombinierte orale Kontrazeptiva (KOK) genannt, darunter bereits gezahlte Beträge in den USA und die Gesamtzahl der Frauen, die möglicherweise aufgrund der Verhütungspille eine Thrombose erlitten hatten.

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