Rekord-Investment: 10 Millionen Euro für Algea-Mutter

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Berlin -

Das Cannabis-Telemedizin-Unternehmen Algea kann sich über einen neuen Geldsegen freuen: Ihre vor einem Jahr gegründete Muttergesellschaft, die Bloomwell Group, hat erfolgreich eine Seed-Finanzierungsrunde von über zehn Millionen US-Dollar abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben ist es das bis dato höchste öffentlich bekannte Seed-Investment für ein europäisches Cannabis-Unternehmen. Bloomwell stellt sich nun als Holding auf und will künftig den Cannabismarkt aufmischen. Der CEO ist in der Branche bereits bekannt – hat aber einen schwierigen Ruf.

Cannabis bleibt ein volatiler Wachstumsmarkt, die Aussichten auf eine mögliche Legalisierung für den Freizeitgebrauch befeuern das zusätzlich. Auch der medizinische Sektor bleibt in Bewegung: Mit Algea Care hat sich ein Start-up in kurzer Zeit zum etablierten Player entwickelt, das Cannabistherapie mit Telemedizin verbindet und damit offensichtlich eine lukrative Marktlücke entdeckt hat. Hinter dem Digitalunternehmen von Dr. Julian Wichmann und Anna-Sophia Kouparanis steht die Bloomwell Group, die sich nun mit neuem Kapital im Rücken als Holding aufstellt: Sie wolle künftig weitere Cannabis-Unternehmen aufbauen, aufkaufen oder in sie investieren.

Mehrere US-Investoren glauben an das Versprechen, darunter Lead-Investor Measure 8 Venture Partners, ein auf die Cannabis-Industrie spezialisierter US-amerikanischer Wachstumskapitalgeber, sowie der Digital-Health-Frühphasen-Investor M4 Capital. Denn Bloomwell hat durchaus etwas vorzuzeigen: Innerhalb eines Jahres seit der Gründung ist die Gruppe auf über 160 Mitarbeiter:innen angewachsen und erwartet im laufenden Jahr fünf Millionen Euro Umsatz.

„Viele hochgesteckte Erwartungen von Investoren und globalen Konzernen in die europäische Cannabis-Industrie haben sich seit dem ‘Cannabis als Medizin Gesetz‘ im März 2017 nicht wie erhofft erfüllt, auch wenn der Markt stetig gewachsen ist“, erklärt Algea-Mitgründerin Kouparanis. „Mit Bloomwell haben wir nun gezeigt, wie viel man binnen eines Jahres durch unternehmerische Finesse erreichen kann. Die noch recht junge europäische Cannabisindustrie birgt viel Potenzial für die zukünftige Entwicklung von Bloomwell.“ Während sich der Markt anderswo konsolidiere, stünden hierzulande alle Zeichen auf Wachstum und Expansion durch die Kombination von Cannabis, Innovation, Digitalisierung sowie „durch einen radikalen D2C- oder auch Direct-to-Patient-Ansatz“.

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