Hackerangriff auf CGM: Apotheken haben den Ärger

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Berlin -

Der Cyber-Angriff auf das Softwarehaus CGM Lauer hat zum Jahreswechsel für Stress in vielen Apotheken gesorgt. Sie mussten die Preisänderungen in ihr EDV-System WinApo selbst aufspielen, hatten aber teilweise die DVD nicht rechtzeitig bekommen. Und die Kommunikation mit dem Softwarehaus gestaltet sich laut zahlreichen Apotheken als schwierig.

Kurz vor Weihnachten hatte der IT-Konzern Compugroup Medical (CGM) die Kund:innen über einen Cyber-Angriff informiert. Vor allem die E-Mail- und Telefondienste waren beeinträchtigt. Aus Sicherheitsgründen wurden auch Onlinedienste wie die Lauer-Taxe vom Netz genommen; nach den Weihnachtsfeiertagen war immerhin eine reduzierte Version wieder verfügbar. Anzeichen auf Auswirkungen auf die Kundensysteme oder Kundendaten wurden bei der Prüfung laut CGM nicht gefunden.

Apotheken, die ein Warenwirtschaftssystem von CGM nutzen, mussten die Preisänderungen selbst aufspielen. Weil das Online-Update derzeit nicht funktioniert, hat CGM so wie in früheren Tagen DVD an die Apotheken verschickt: „Aufgrund des Ransomware-Angriffs auf unser internes Firmennetzwerk ist es uns derzeit leider nicht möglich, Ihnen den Preisänderungsdienst wie gewohnt per Online-Datenupdate zukommen zu lassen. Stattdessen senden wir Ihnen per Post eine DVD zu, welche den Preisänderungsdienst enthält. Zusammen mit der DVD erhalten Sie eine Anleitung in der beschrieben ist, wie Sie beim Einspielen in Ihr Winapo-System vorgehen sollten“, so das Softwarehaus.

Keine aktuellen Konditionen

Damit konnten zumindest die ab Januar geltenden Rabattverträge und Preisänderungen aufgespielt werden. Allerdings sind aktuelle Angebote auf dem Datenträger nicht enthalten. „Derzeit kommen in Ihrem System keine Großhandels- noch Industrieangebote an und somit können diese auch nicht in Ihrem System angezeigt werden.“ Apotheken sollen beachten, dass noch angezeigte Angebotsdaten zum Ende der Gültigkeit ablaufen – also in den meisten Fällen am 31. Dezember. „Unsere IT arbeitet mit Hochdruck an der Behebung. Wir kommen erneut auf Sie zu, wenn Ihnen der gewohnte Service wieder zur Verfügung steht.“

Zudem gab es beim CD-Versand teilweise Probleme: Ein Inhaber berichtet, dass bei ihm keine CD angekommen sei. Zum Glück konnte eine befreundete Apotheke aushelfen: Die CD wurde in die andere Apotheke gebracht, das Update konnte gestern noch aufgespielt werden. Bei einer anderen Apotheke war der Datenträger erst im Briefkasten, als schon niemand mehr in der Apotheke war. Weil das Update mehr als zwei Stunden dauert, war es heute Vormittag besonders stressig.

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