Generikahersteller

Actavis kehrt zu Puren zurück Patrick Hollstein, 18.12.2015 08:01 Uhr

Berlin - Eigentlich sollte Puren längst Geschichte sein. Doch weil der indische Hersteller Aurobindo nach der Übernahme des Europageschäfts von Actavis einen neuen Namen brauchte, erlebt die Traditionsmarke jetzt ein Comeback. Am Dienstag wurde bei einer Vertriebstagung in Innsbruck das gesamte Team über die Kehrtwende informiert.

1982 als Joint Venture von Nattermann (heute: Sanofi) und Klinge (heute: Astellas) gegründet, gehörte Puren lange zu den führenden Generikaherstellern in Deutschland. Ende 1995 übernahm Schwarz Pharma (heute: UCB) den Münchener Hersteller und fusionierte ihn mit dem bereits 1991 aufgekauften Hersteller Isis aus Zwickau. Der zu DDR-Zeiten volkseigene Betrieb war nach der Wende privatisiert worden und hatte neben dem Hauptprodukt Pentalong ebenfalls bereits Generika im Sortiment.

Im Juni 1999 übernahm der US-Hersteller Alpharma die Generikasparte von Schwarz für 153 Millionen US-Dollar, was ungefähr dem Doppelten des damaligen Jahresumsatzes entsprach. Im Oktober 2005 schließlich ging der Geschäftsbereich an Actavis. Der isländische Hersteller zahlte 810 Millionen Dollar und beschloss kurz darauf, die Marken Isis und Puren sukzessive zu ersetzen.

In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Produkte sukzessive „außer Vertrieb“ gesetzt und gegen Actavis-Ware ausgetauscht. Bei jeder Abmeldung konnten Apotheken noch vorrätige Isis- und Puren-Produkte gegen die Nachfolger austauschen. 2011 waren das Sortiment zu 90 Prozent umbenannt, im Klinikbereich war der Switch schon damals abgeschlossen.

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