Generikakonzerne

Actavis verkauft sich in Deutschland

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Berlin -

Der Generikakonzern Actavis hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich – und offenbar auch vor sich: Nur zwei Jahre, nachdem der US-Konzern Watson den einstmals isländischen Hersteller über- und dessen Namen angenommen hat, zieht er sich jetzt zumindest teilweise wieder aus Europa zurück. Die weltweite Nummer 3 stößt ihr Geschäft in Deutschland und anderen westeuropäischen Märkten ab. Käufer ist der indische Hersteller Aurobindo.

Watson hatte Actavis im April 2012 für rund 4,5 Milliarden Euro gekauft. Im Herbst wurde der Deal abgeschlossen. Der US-Konzern musste einige Produkte an Konkurrenten abgeben, bevor die Wettbewerbsbehörde FTC zustimmte. Damit wurde Watson die neue Nummer 3 im weltweiten Generikageschäft. Seit 2013 heißt der Konzern Actavis.

Zuletzt hatte es wiederholt Gerüchte gegeben, dass Actavis zukaufen oder selbst übernommen werden könnte. Noch im Mai soll der Hersteller ein Übernahmeangebot des Mitbewerbers Mylan ausgeschlagen haben. Kurz davor war eine Übernahme durch den US-Pharmakonzern Valeant im Gespräch.

Im Mai hatte Actavis wiederum selbst zugeschlagen und im Rahmen eines Aktienübernahmegeschäfts im Wert von rund 8,5 Milliarden US-Dollar den Spezialhersteller Warner Chilcott übernommen. Damit hatte Actavis sein Portfolio um zahlreiche Originalpräparate erweitert.

Jetzt wird ein komplett neues Szenario Realität: Actavis will sein Generikageschäft in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Belgien und den Niederlanden an Aurobindo verkaufen. Actavis selbst will seine Kräfte auf andere Märkte konzentrieren und vor allem in Osteuropa und Südostasien stärker wachsen.

Mit dem Verkauf des Deutschlandsgeschäfts an Aurobindo würde hierzulande ein weiterer indischer Hersteller seine Position stärken. Auch Betapharm (Dr. Reddy's), Heumann/Heunet (Torrent) oder Basics (Ranbaxy) gehören zu indischen Generikakonzernen.

Aurobindo ist erst seit 2009 in Deutschland aktiv; zuerst war das Unternehmen bei den BKK-Rabattverträgen von Spectrum K zum Zuge gekommen und hat seitdem deutlich an Präsenz in den Apotheken gewonnen.

Etabliert wurde das Geschäft von Florian Abbenseth, der zuvor beim Konkurrenten Betapharm als Assistent der Geschäftsführung und Integrationsmanager tätig war und heute das deutsche Geschäft von Glenmark leitet.

Aktuell führt, neben Venugopalan Muralidharan als Vertreter des Mutterkonzerns, Alexander Fiedel die Geschäfte, der seinerseits davor für die Kooperation mit Krankenkassen bei Ratiopharm zuständig war.

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