Homöopathie hat in vielen Apotheken einen festen Platz. Die Sparmaßnahmen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sehen jedoch auch hier Kürzungen vor. Homöopathische Arzneimittel sollen aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestrichen und damit zur Selbstzahlerleistung werden. Diese Pläne seien falsch, sagt eine Sprecherin der Deutschen Homöopathie-Union (DHU).
Die Finanzkommission empfiehlt, Homöopathie aus der Erstattungsfähigkeit zu nehmen. Bei den Kassen könnten ab 2027 rund 40 Millionen Euro eingespart werden, hieß es. Bei den Herstellern stößt dies auf Ablehnung. „Die Sparempfehlungen der Finanzkommission für Gesundheit halten wir mit Blick auf den gemachten Referentenentwurf zur Streichung der Erstattung von Homöopathie für falsch“, so die DHU-Sprecherin.
Homöopathische Arzneimittel seien ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung. „Sie sind beliebt und ausdrücklich erwünscht. Homöopathie wird nach einer Allensbach Umfrage von 2023 von rund 60 Prozent der Bevölkerung in Deutschland genutzt und geschätzt.“ Sie genieße das große Vertrauen der Mehrzahl der Bundesbürgerinnen und -bürger, was deren Wirksamkeit betreffe. „Rund 50 Prozent der Befragten sprechen sich in der Befragung explizit für die Erstattung von Homöopathie aus.“
Umso mehr überrasche es, wenn die Finanzkommission für Gesundheit die Streichung der Erstattung der Homöopathie als potenziell positive Maßnahme für das Gesundheitssystem darstelle. „Denn neben der großen Homöopathie-Akzeptanz in der Bevölkerung belegt ein aktuelles Systematisches Review zusätzlich auch noch die Kosteneffektivität der Homöopathie.“
Dieser Einspareffekt wirke sogar gleich dreifach: Kosten würden nicht nur aufgrund geringerer Verschreibungen konventioneller Arzneimittel reduziert. „Auch Ausgaben, um potenzielle Nebenwirkungen abzufangen, fallen nicht an. Und wer auf Homöopathie mangels Erstattung nicht mehr zurückgreifen kann, muss sich zwangsläufig konventionelle, teurere Medikamente verschreiben lassen – zu Lasten der Krankenkassen.“
Der Umsatz mit homöopathischen Arzneimitteln in Apotheken war zuletzt rückläufig: Laut Abda-Zahlen sank er auf rund 291 Millionen Euro in 2024 nach rund 300 Millionen Euro im Vorjahr. Es handele sich um eine „besondere Therapierichtung im Arzneimittelgesetz (AMG)“.