Bionorica-Chef kritisiert späten Impfstart

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Berlin -

Wie in vielen Betriebe wartet man auch beim Phytohersteller Bionorica auf Covid-19-Impfstoff. Das Unternehmen mit Sitz in Neumarkt in der Oberpfalz ist seit langem bereit. Was fehlt, sind die Vakzine.

Bionorica-Chef Professor Dr. Michael A. Popp machte bereits Anfang März deutlich, dass man die eigene Belegschaft auf eigene Kosten als Beitrag zur Pandemiebekämpfung immunisieren wolle. „Wir hatten angedacht, unseren Mitarbeiter:innen bereits eher ein Impfangebot am Standort Neumarkt zu unterbreiten“, sagt er. „Jedoch ist der Impfstoff derzeit in ganz Deutschland für Erstimpfungen knapp, sodass das bisher nicht realisiert werden konnte.“

Das Unternehmen ist schon länger auf den Start vorbereitet. Der Sinupret-Hersteller steht mit der eigenen „Corona-Taskforce“, dem betriebsärztlichen Dienst und den zuständigen Behörden vor Ort in engem Austausch. Bionorica beschäftigt in Deutschland rund 1000 Mitarbeiter. Anfang 2020 mussten rund 200 Beschäftigte in Kurzarbeit gehen, die Mehrheit davon waren im Außendienst tätig. Ein Großteil der Belegschaft habe bereits die Erstimpfung über die Impfzentren und Hausärzte am jeweiligen Wohnort erhalten, teilweise auch schon die Zweitimpfung.

Ab dem 7. Juni dürfen die Apotheken die Betriebsärzt:innen mit Covid-19-Impfstoff beliefern. „Voraussichtlich in der zweiten Juni-Woche startet unsere Betriebsärztin mit den Impfungen am Bionorica-Standort Neumarkt“, so Popp. „Wir haben Bedarf für mehrere hundert Mitarbeiter:innen angemeldet, können aber über die Impfstoffmenge, die uns zum Start zur Verfügung stehen wird, noch keine Aussage treffen.“

Dem Bundesgesundheitsministerium zufolge stehen zum Start in der Woche vom 7. Juni 702.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech bereit. Jeder solle in dieser Woche eine zugesicherte Mindestmenge von 102 Dosen erhalten. Mehr als 6000 Ärzt:innen hätten eine Bestellung aufgegeben.

 

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