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Beiersdorf greift Thermacare an

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Berlin -

Der Markt für Wärmepflaster in Apotheken ist klar aufgeteilt. Thermacare von Pfizer bestimmt das Feld. Das will Beiersdorf ändern. Der Hamburger Kosmetikkonzern kommt im Herbst mit einer Alternative auf den Markt: Thermaplast soll dem Marktführer Anteile streitig machen. Der Außendienst des ABC-Herstellers wirbt bereits in Apotheken für die neue Marke.

Beiersdorf bietet in Apotheken bereits Wärmepflaster unter dem Dach der Marke ABC an. Vor fünf Jahren holte der Konzern die Pflaster aus dem Hansaplast-Sortiment und präsentierte die Marke wieder eigenständig. Das Sortiment besteht aus vier Produkten, neben Pflastern wird auch eine Wärmecreme angeboten. Die Produkte enthalten Capsaicin oder den Wirkstoff Nonivamid. Die ABC-Linie wurde 1928 nach der Marke Hansaplast eingeführt.

Im Herbst kommt die neue Dachmarke Thermaplast in die Apotheken. Unter dem gleichen Namen gibt es von Beiersdorf seit Ende 2017 bereits ein Drogerieprodukt. Packung und Pad unterscheiden sich jedoch. Der Außendienst ist derzeit in Apotheken unterwegs und bewirbt die Pflasterkompetenz der Hamburger. Das neue Produkt klebe besser als Thermacare und sei deutlich flacher.

Anders als der US-Konzern setzt Beiersdorf nicht auf einzelne, ovale Wärmekammern, sondern eine Wärmspirale: „Spiral heat“ steht auf der orange-roten Verpackung, die an den Marktführer erinnert. Aktuell werden ein längliches Pad für den Rücken- und Nackenbereich sowie ein universal einsetzbares ovales Pad angeboten. Beide seien flexibel und könnten für eine gezielte Schmerzlinderung genutzt werden.

Die Wärme soll wie bei Thermacare durch die Reaktion von Eisenpulver mit Luftsauerstoff entstehen. Die neuen Pads sind komplett weiß. Apothekenmitarbeiter können die Produkte mit einer Mindestmenge von 120 Stück vorbestellen. Die Verkaufspreise liegen bei rund 3 Euro für das ovale Pad und knapp 4 Euro für das Rücken- und Nackenpflaster.

Zur Markteinführung plant der Konzern eine große TV-Kampagne. Ab September sollen über drei Monate hinweg regelmäßig Spots auf das neue Wärmepflaster hinweisen. Mit der neuen Marke will Beiersdorf offenbar Pfizer einen Rückschlag erteilen. Die beiden Konzerne stritten zuletzt über eine Werbekampagne, die der US-Konzern Anfang 2017 für Thermacare startete. Gegen die vergleichende Werbung ging der Hamburger Konzern mehrmals wegen Irreführung vor, bis sie angepasst war.

Der Markt für Wärmepflaster war zuletzt leicht rückläufig. In den vergangenen Monaten wurden laut Iqvia rund 73 Millionen Euro erwirtschaftet (minus 2 Prozent). Thermacare liegt mit einem Marktanteil von 79 Prozent klar vorn, ABC kommt auf 16 Prozent. Beiersdorf brachte zuletzt unter dem Dach von Hansaplast ein Wundspray und eine Wundheilsalbe auf den Markt. Außerdem vertreibt der Konzern das wirkstoffhaltige Pflaster Guttplast gegen starke Verhornungen. Pfizer führte die Wärmeauflagen 2004 in Deutschland ein.

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