AU-Schein.de: Jetzt auch App-Rezepte für 1 Euro

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Berlin - Dr. Can Ansay hat sich das nächste Geschäftsmodell ausgedacht, mit dem er sich unter Apothekern und Ärzten mal wieder einigen Gegenwind einhandeln dürfte: Keine zwei Wochen, nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die ersten beiden erstattungsfähigen Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) gelistet hat, bringt der Gründer des umstrittenen Portals AU-Schein.de dafür ein eigenes Angebot auf den Markt: Für einen Euro können sich Patienten im Portal „Apps auf Rezept.com“ Verordnungen ausstellen lassen.

Allein schon, sich die Domain „appsaufrezept.com“ zu sichern, kann kein schlechter Schachzug gewesen sein: Auf der Internetseite sollen sich Patienten – wie der Name schon sagt – künftig die Rezepte zu den Apps holen können, die von den Krankenkassen erstattet werden. Bisher ist nur eine der zwei Apps verfügbar, die bereits gelistet sind: Kalmeda. Die App soll es Patienten ermöglichen, einen Tinnitus auf Basis einer kognitiven Verhaltenstherapie von zuhause aus selbst zu therapieren.

Auf dem Portal füllt der Patient, ohne dass er sich vorher registrieren muss, einen Online-Fragebogen aus, den ein Tele-Arzt gegebenenfalls durch Rückfragen verifiziert. Kassenpatienten können dann eine Gebühr von einem Euro sofort das ausgestellte Rezept als PDF-Datei mit einem SMS-Code herunterladen und die App kostenlos nutzen. Neben der mit 2-Faktor-Authentisierung gesicherten PDF-Datei kann der Patient sich das Rezept optional auch per Post zusenden lassen. Auf Anfrage löst der Tele-Arzt zudem für den Patienten das Rezept automatisiert bei der Krankenkasse ein gegen den später nötigen Freischalt-Code.

Bei Apps, die künftig und für andere Erkrankungen kommen, sollen weitere Sicherheitsbarrieren eingebaut werden, erklärt Ansay auf Nachfrage: „Bei Erkrankungen, die über den Online-Fragebogen nicht zweifelsfrei festzustellen sind, muss der Patient dann bestätigen, dass er zuvor bei einem Arzt in Behandlung war und dessen Namen sowie Kontaktdaten angeben. Der Patient muss also die Möglichkeit einräumen, dass wir nachfragen und es ist konkret geplant, dass wir diese Angaben auch nachprüfen.“

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