Corona gibt Video-Sprechstunden einen Schub

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Berlin - Mit Beginn der Pandemie sind die Regelungen für Online-Sprechstunden in Arztpraxen gelockert worden. In Niedersachsen war die Nachfrage vor allem im Frühjahr hoch. Die Menschen gingen ungern in Arztpraxen. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus war hoch.

Die Corona-Pandemie hat das Angebot an Video-Sprechstunden bei Ärzten in Niedersachsen vorangebracht. Denn ein persönlicher Arztbesuch ist nicht immer möglich, etwa wenn man allein mit mehreren Kindern zu Hause ist. Und viele Menschen haben derzeit Angst, sich im Wartezimmer anzustecken. Deshalb sind vor allem im Frühjahr Online-Sprechstunden intensiv genutzt worden. Die Kassenärztliche Vereinigung und die Krankenkassen hatten die Begrenzung bei der Abrechnung von Video-Sprechstunden aufgehoben.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) gab es zwischen April und Juni landesweit 87.531 Online-Sprechstunden, davon 17.000 bei niedersächsischen Hausärzten. Von Juli bis einschließlich September waren es nur noch 36.444 Video-Sprechstunden – davon 9126 bei Hausärzten. KVN-Sprecher Detlef Haffke vermutet, dass die Pandemie im ersten Lockdown präsenter war. Im Sommer sei das Virus in den Hintergrund gerückt, so dass Menschen wohl weniger Angst hatten, in die Arztpraxen zu gehen. Wie das Angebot in den letzten drei Monaten des Jahres angenommen wurde, wird sich erst nach Abrechnung des Quartals zeigen.

Besonders beliebt sind die Sprechstunden bei Psychotherapeuten; niedersachsenweit hielten sie im dritten Quartal 17.664 Video-Sprechstunden ab, im zweiten Quartal waren es sogar 40.000. Verpflichtend ist es allerdings für keinen Arzt, eine solche Sprechstunde anzubieten. Ohnehin ist dies erst seit Oktober 2019 möglich, zunächst als Pilotprojekt mit wenigen Sprechstunden. Bestimmte Ärztegruppen wie Labormediziner, Nuklearmediziner oder Radiologen können keine Video-Sprechstunden zur Verfügung stellen.

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