Apotheken-Franchise

Blümel: „Lloyds ist nicht gescheitert“

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Berlin -

Celesio hat die Reißleine gezogen: Das Projekt Lloyds-Apotheken wird in Deutschland beendet. Stattdessen soll die Gehe-Kooperation Gesund leben einen neuen Anstrich bekommen und mit Lloyds-Modulen renoviert werden. Gehe-Geschäftsführer André Blümel erklärt im Gespräch mit APOTHEKE ADHOC, warum der Relaunch aus seiner Sicht nicht gescheitert ist, was mit den drei Lloyds-Apotheken passiert und wie er die Apotheker jetzt überzeugen will.

ADHOC: Woran ist Lloyds gescheitert?
BLÜMEL: Man kann nicht sagen, dass Lloyds-Apotheke gescheitert ist. Es ist doch legitim, ein Konzept in einer Pilotphase zu testen. Das Konzept ist sehr erfolgreich. Sowohl im Bereich der Apotheken, als auch im Umfeld der Marktbeteiligten haben wir aber auch die Botschaft erhalten, dass mit Gesund leben eine Marke existiert, die seit zehn Jahren etabliert ist.

ADHOC: Hätten Sie da nicht selbst drauf kommen können?
BLÜMEL: Es gab eine Pilotphase, in der das Konzept als Ganzes getestet wurde, dazu gehört auch der Name. Wir wollten Erfahrungen sammeln und Reaktionen einholen. Das Signal war eindeutig, wir haben auf unsere Kunden gehört.

ADHOC: War es von Anfang an eine Option, den Namen wieder abzuschießen?
BLÜMEL: Wenn man etwas prüft, ist das nicht das Erste, woran man denkt. Gegen den Markennamen Lloyds spricht grundsätzlich nichts. Der Name bleibt in den Märkten erhalten, in denen wir eigene Apotheken oder echte Franchisesysteme haben. Aber in Deutschland mischen wir jetzt ein erfolgreiches Konzept mit einem erfolgreichen Namen und werden so noch erfolgreicher.

ADHOC: Gesund leben war nicht erfolgreich?
BLÜMEL: Natürlich war es erfolgreich. Aber das Gute ist der Feind des Besseren. Und wir haben für das neue Konzept viel Zustimmung erhalten, was uns sehr freut.

ADHOC: Wann wussten Sie, dass der Name Lloyds nicht funktioniert?
BLÜMEL: Das kann ich Ihnen nicht sagen.

ADHOC: Was passiert jetzt mit den Lloyds-Pilotapotheken?
BLÜMEL: Die drei Apotheken werden das Konzept weiter nutzen, wir werden aber den Namen herausnehmen. Die Apotheken werden künftig als Gesund leben-Apotheken firmieren.

ADHOC: Was ist die Zielvorgabe?
BLÜMEL: Natürlich haben wir interne Planzahlen. Aktuell haben wir 2300 Kooperationsapotheken. Bei dieser Zahl wird es nach meiner Einschätzung auch ungefähr bleiben. Nur die Zusammensetzung wird sich ändern. Ich möchte jetzt keine genauen Zahlen kommunizieren, aber wenn Sie sich anschauen, dass es aktuell drei Apotheken in voller Ausstattung gibt und etwa 30 mit einer oder zwei Expertenkategorien, dann ist das ungefähr das erwartbare Verhältnis.

ADHOC: 30 Apotheken mit dem neuen Konzept. Zufrieden?
BÜMEL: Wir haben jetzt die Pilotphase abgeschlossen, wobei man über deren Länge sicherlich diskutieren kann. Nach neun Monaten 30 Apotheken, das finden wir o.k.

ADHOC: Gesund leben ist bislang eine unauffällige Kooperation. Wie wollen Sie die Apotheker dazu bringen, sich jetzt stärker zu engagieren?
BLÜMEL: Indem es verschiedene Abstufungen gibt: Das volle Konzept inklusive Ladenbau wie in den drei Pilotapotheken ist sozusagen die letzte Stufe. Die Markenpartner können aber auch ihre Einrichtung beibehalten und einzelne Expertenkategorien wählen. Das betrifft die Regale zur Warenpräsentation sowie entsprechende Schulungen für die Mitarbeiter. Und wer will, kann nach wie vor das Gesund leben-Konzept in seiner bisherigen dezenten Ausführung verwenden.

ADHOC: Erst DocMorris, jetzt Lloyds. Hat das irgendwann Konsequenzen für das Management?
BLÜMEL: Ich sehe nicht, warum das Konsequenzen für das Management haben sollte. Wir haben mit allen Beteiligten einen Prozess entwickelt und die Ergebnisse diskutiert. Am Ende war es eine Entscheidung des Konzerns. Das gilt im Übrigen nicht für Deutschland allein. In Frankreich wird die Apothekenkooperation nun auch ihren Namen Pharmactiv behalten.

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