Apotheken-Franchise

Celesio: Gesund leben statt Lloyds?

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Berlin -

Gehe/Celesio kommt mit seinem DocMorris-Nachfolgekonzept Lloyds in Deutschland nicht recht voran. Ein Jahr nach dem Start gibt es drei Markenpartner; offenbar wird das Franchisesystem derzeit auch nicht mit Nachdruck verfolgt. Stattdessen kommen die ersten Mitgliedsapotheken der Gehe-Kooperation Gesund-leben im neuen Design daher.

Im Oktober 2012 hatte Celesio die Versandapotheke DocMorris zum Preis von 25 Millionen Euro an Zur Rose verkauft. Kurz darauf stand fest, dass für das europaweite Apothekennetzwerk des Konzerns die britische Traditionsmarke Lloyds renoviert und exportiert werden sollte. Ob der neue Name bei den Verbrauchern ankommen würde, hatte der Konzern im Vorfeld in verschiedenen Ländern untersuchen lassen.

Die erste Apotheke mit neuem Design und Konzept wurde Ende 2012 im britischen Bicester eröffnet; heute gibt es in Großbritannien, Italien, Norwegen, Schweden, Belgien und Irland rund 100 Apotheken. Noch in diesem Jahr sollen alle 2200 Celesio-Kettenapotheken zumindest Teile des neuen Konzepts übernehmen.

Auch Franchisepartner sollen Marke und Konzept nutzen können. Doch die Nachfrage nach dem Gesamtpaket hält sich bislang offenbar in Grenzen. Hierzulande wurden im vergangenen Oktober in Hamburg und Ingolstadt die ersten beiden Lloyds-Apotheken eröffnet, die dritte Partnerapotheke wurde im April im niedersächsischen Schortens umgeflaggt. Bei dieser Gelegenheit zog Gehe-Chef André Blümel Bilanz: Die Pilotierungsphase verlaufe „äußerst positiv“.

Zurückhaltender äußerte sich zuletzt Celesio-Vorstand Stephan Borchert. Evolution statt Revolution, argumentierte er: Man wollen den Partnern das Konzept nicht aufoktroyieren. Schwerpunkt seien derzeit andere Märkte in Europa, allenfalls fünf bis zehn Apotheken würden in Deutschland im laufenden Jahr umgewandelt.

Stattdessen wird das neue Konzept jetzt verstärkt an die Gesund-leben-Apotheken herangetragen. Die Mitglieder der Gehe-Kooperation sollen ihren Namen behalten und einzelne Bausteine auswählen können. „Gesund leben Prostufe“ nennt sich das abgespeckte Konzept, das genauso wie Lloyds („Deutschlands neue Apothekenkooperation“) im grünem DocMorris-Schriftzug daher kommt. 25 Kooperationspartner werden auf der Lloyds-Website bereits mit neuem Logo präsentiert; in den Apotheken sollen die Elemente nach und nach umgesetzt werden.

Intern liege Lloyds auf Eis, heißt es aus Konzernkreisen. Dass das Franchisekonzept, wie im Nachgang zu einer Telefonkonferenz kolportiert, endgültig beerdigt sei, weist man bei Gehe aber zurück: „Natürlich sind wir noch in der Detailauswertung der Piloten – aber wir werden das Konzept in Deutschland ausrollen“, sagt eine Gehe-Sprecherin.

Der Sprecherin zufolge hat sich das Kooperationskonzept in Deutschland, wie auch in anderen Ländern, erfolgreich bewährt. So hätten beispielsweise die Abverkäufe bei den Produkten der Kategorien Haut und Schmerz signifikant gesteigert werden können. Auch die Backoffice-Lösungen hätten zu einer Ertragssteigerung der teilnehmenden Apotheken beigetragen.

Bereits im Februar hatte Borchert angekündigt, „Gesund leben“ in das internationale Apothekennetzwerk zu integrieren. Gehe-Außendienstler versuchen seitdem, die Mitglieder der Kooperation von Lloyds zu überzeugen. Starre Zielvorgaben gebe es nicht, sagte Borchert damals: Man wolle keine radikale Wende wie bei Alphega.

In Frankreich wurde das Konzept zuletzt ebenfalls für Mitglieder der Apothekenkooperation Pharmactiv geöffnet: In Paris startete die erste Partnerapotheke des Großhändlers OCP mit Bausteinen aus dem neuen Konzept – und unter altem Namen.

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