Botendienst für Versender

Apocarrier plant bundesweiten Apotheken-Kurierdienst Lothar Klein, 08.11.2018 09:13 Uhr

Berlin - Das neu gegründete Unternehmen Apocarrier will als Dienstleister für Apotheken zunächst in NRW und später bundesweit Botendienste übernehmen. Gegen eine Pauschale wollen die Apocarrier-Kuriere Rezepte bei Patienten abholen und später die Arzneimittel nach Hause liefern. Laut Firmengründer Martin Bester soll das Angebot preisgünstiger sein als der eigene Botendienst aus der Apotheke. Starten soll das Angebot ab 2019. Derzeit läuft die Apotheken-Akquise im Raum Wuppertal, Düsseldorf und Köln an. Allerdings hatten sich die Pharmazieräte unlängst für eine scharfe Abgrenzung zwischen Versandhandel und Botendienst verständigt und wollen dies bei den Kontrollen durchsetzen.

Damit das Geschäftsmodell funktioniert, setzt Bester denn auch auf einen rechtlichen „Umweg“: Die Apotheken müssen für die Kooperation mit Apocarrier über eine Versandhandelserlaubnis verfügen, damit als Bote aus Kostengründen kein pharmazeutisches Personal eingesetzt werden muss. Seinen künftigen Geschäftspartnern liefert Bester ein Formular zur Beantragung der Versandhandelserlaubnis Freihaus.

In einer Pressemitteilung bietet sich Apocarrier als „der erste bundesweit agierende Botendienst an die Seite der Apotheken in Deutschland, um im Wettbewerb mit dem zunehmenden Versandhandel von Medikamenten zu bestehen“ an. Apocarrier biete den Apotheken die Möglichkeit, Produkte und verschreibungspflichtige Medikamente ohne Mehraufwand in der Regel noch am gleichen Tag zu den Kunden nach Hause zu liefern.

Die wirtschaftliche Lage für viele Apotheken sei prekär, schreibt Bester weiter, der als Geschäftsführer auch die seit 60 Jahren im Apothekenmarkt bestehende Firma abc-direkt führt und unter anderem Werbemittel für Apotheken vertreibt. „Viele Apotheken müssen inzwischen eigene Lieferwagen und Personal finanzieren, um auf dem umkämpften Markt bestehen zu können“, so Bester. Das sei nicht nur zeitaufwändig und umweltschädlich, sondern in der Regel auch ein Verlustgeschäft.

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