Algea: Telemedizin für Cannabis-Patienten

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„Ich war zuvor die erste weibliche Gründerin eines Cannabis-Großhändlers und habe danach für Algea Care einen Co-Founder mit medizinischer Expertise gesucht, den ich dann über gemeinsame Freunde mit Dr. Wichmann gefunden habe.“ Im Juni wurde das Unternehmen gegründet, drei Monate später ging es dann in der ersten Niederlassung in Frankfurt los, es folgten weitere in Berlin und München, mittlerweile ist gar eine weitere Expansion mit Standorten in Hamburg, Köln und Stuttgart geplant. „Wir betreten mit unserem Businessmodell komplettes Neuland und haben ein Alleinstellungsmerkmal, als erster Telemedizinanbieter, der auch nach Betäubungsmittelgesetz regulierte Medikamente wie Cannabis verschreiben kann.“ Die schnelle Expansion hat dabei nach Aussage der beiden Gründer vor allem einen Grund: Die Nachfrage war von Beginn an erdrückend.

„Als wir im September in Frankfurt gestartet sind, wurden wir von der Nachfrage aus der ganzen Republik überrannt. Patienten kamen teilweise aus München oder Hamburg zu uns“. Erzählt Kouparanis. „Bisher sind wir nur sehr wenig in die Öffentlichkeit getreten, um unser Geschäftsmodell in Ruhe weiterentwickeln und skalieren zu können – sonst hätten wir den Ansturm zu Beginn nicht bewältigen können.“ Mittlerweile, nur ein gutes Vierteljahr nach Betriebsbeginn hat Algea Care 32 Mitarbeiter, zehn davon Ärzte, die über 500 Patienten betreuen. „Wir wachsen wöchentlich“, sagt Kouparanis und Wichmann ergänzt: „Das Gros sind bisher sicherlich Patienten, die aktiv nach einer Therapie suchten. Das führte dazu, dass Patienten im Schnitt zwei weitere Patienten an uns weitervermitteln, weil es gerade unter Chronikern aktive Netzwerke gibt, in denen sich Patienten austauschen und gegenseitig helfen.“ Eine zunehmende Rolle spielten dabei aber auch vermittelnde Ärzte: „Wir haben immer mehr Zuweiser, die sagen, sie würden Patienten Cannabis empfehlen, haben aber selbst nicht genug Expertise in dem Bereich.“

Diese Patienten können dann bei Algea Care einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren, das stets vor Ort stattfinden soll – deshalb die Standort-Expansion. Zuvor erhalten sie ausführliche Anamnesebögen, die sie selbstständig ausfüllen, die notwendigen Therapie-Unterlagen beilegen und dann an die Ärzte schicken müssen. Die prüfen dann die Unterlagen, bevor ein Arztgespräch vereinbart wird. „Das hat den Vorteil, dass die Patienten bequem von Zuhause alle Unterlagen fertigstellen und die Ärzte sich vorab in Ruhe dem jeweiligen Fall widmen können“, sagt Wichmann. „Im Erstgespräch können sich dann beide auf die wirklich wichtigen Themen konzentrieren. Wir arbeiten da sicherlich gründlicher als der Durchschnitt der Ärzteschaft, weil unser Team die Ärzte bei Papierkram und zeitraubender Organisation stark entlastet.“

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