Trump stellt Preisbremse für Arzneimittel vor

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Berlin - Der von US-Präsident Donald Trump erklärte Feldzug gegen hohe Arzneimittelpreise geht weiter. In einer Rede am Donnerstag kündigte er eine Reform des Gesundheitswesens an: Er werde einen Internationalen Preisindex (IPI) einführen und so die US-Arzneimittelpreise an das Niveau anderer Industrienationen angleichen.

Wie auch in anderen Wirtschaftszweigen sieht Trump die Schuld an Handelsdefiziten und hohen Preisen bei anderen Staaten: „Für Jahrzehnte haben andere Länder das System betrogen, sodass Amerikaner viel mehr – in manchen Fällen viel, viel mehr – für die exakt gleichen Medikamente bezahlen mussten“, so der Multimilliardär. „Mit anderen Worten: Amerikaner bezahlen mehr, damit andere Länder weniger bezahlen müssen. Das ist falsch. Das ist unfair.“

Schon seit seiner Bewerbung als Präsidentschaftskandidat prangert Trump regelmäßig die hohen Kosten im US-Gesundheitssystem an – das tatsächlich als eines der ineffizientesten der Welt gilt. Der Anfang 2017 von ihm ins Amt berufene Direktor der US-Arzneimittelbehörde FDA, Scott Gottlieb, hatte versucht, mit beschleunigten Generikazulassungen und dadurch erhöhtem Wettbewerb Preissenkungen zu erwirken. Trump selbst wiederum hat sich erst im Juli persönlich mit mehreren Pharmakonzernen angelegt und sie dazu bewogen, von Preiserhöhungen Abstand zu nehmen. Darunter war auch der Darmstädter Konzern Merck.

Laut Gesundheitsministerium zahlt die staatliche Krankenversicherung Medicare in den USA im Schnitt 180 Prozent dessen, was die Versicherungen in anderen Industrienationen für die gleichen Arzneimittel ausgeben. „Das jetzige System lässt andere Staaten die Errungenschaften amerikanischer pharmazeutischer Innovationen und Investitionen einheimsen, während amerikanische Patienten und und Steuerzahler für die Kosten aufkommen“, so das Ministerium, das sich damit der Argumentation vieler amerikanischer Pharma-CEOs wie dem kürzlich zurückgetretenen Pfizer-Chef Ian Read anschließt.

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