Pharmakonzerne

Pfizer-Chef Read tritt zurück

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New York -

Der langjährige Pfizer-Chef Ian Read tritt von seinem Amt zurück. Zum 1. Januar 2019 werde er die Konzernführung an den bisher für das operative Geschäft zuständigen Vorstand Albert Bourla abgeben, teilte der Konzern heute mit.

Read bleibt dem Pharmariesen aber erhalten und wird Verwaltungsratschef. Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ über den Wechsel an der Unternehmensspitze berichtet. Read leitet den Konzern seit acht Jahren, seit 1978 war der im heutigen Simbabwe aufgewachsene Schotte für Pfizer tätig, davon viele Jahre in Lateinamerika. In den letzten Jahren hat er sich auch als streitbarer Debattenteilnehmer einen Namen gemacht. So kritisierte er vergangenes Jahr das europäische System der allgemeinen Sozialversicherungen und die „monopolistisch kaufenden Regierungen“ in Europa, die „amerikanischen Erfindergeist aussaugen“ und „Innovatoren erpressen“ würden.

Es sei nun an der Zeit, einen Wechsel an der Spitze einzuläuten, erklärte Read. Der Konzern sei dafür gut aufgestellt. Die letzten Jahren waren nicht die besten in Pfizers Unternehmensgeschichte, vor allem durch den Ablauf einiger wichtiger Patente musste Pfizer Milliarden an Umsatzeinbußen hinnehmen. Auch der neue CEO Albert Bourla muss mit einer Hypothek ins Geschäft starten: Ende des Jahres läuft das letzte US-Patent auf Lyrica (Pregabalin) ab. Pfizer macht damit in den USA laut Wall Street Journal 3,5 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Doch Read ist optimistisch, dass Pfizer auch ohne seine Leitung eine blühende Zukunft hat. 15 neue Wirkstoffe warten in der Pipeline, jeder davon habe das Zeug zu einem Jahresumsatz jenseits der Milliarden-Dollar-Grenze. „Der Konzern hat den Abgrund überwunden, in dem er war, und ist bereit für Wachstum“, so Read. „Mit Blick auf mein Alter ist es Zeit für mich, weiterzuziehen.“

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