Pharmakonzerne

Wegen Trump: Auch Merck & Co. senkt Preise dpa/APOTHEKE ADHOC, 20.07.2018 10:43 Uhr aktualisiert am 20.07.2018 12:30 Uhr

New York - Die harsche Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Preispolitik von Pharmakonzernen zeigt in der Branche immer mehr Wirkung. Nach der Zusage des US-Unternehmens Pfizer und des schweizerischen Konkurrenten Novartis, auf Preiserhöhungen zu verzichten, kündigte der amerikanische Konzern Merck & Co. am Donnerstag (Ortszeit) sogar Senkungen an.

So soll das Hepatitis-Medikament Zepatier um 60 Prozent günstiger werden. Bei anderen Produkten will Merck & Co. 10 Prozent weniger verlangen. Man werde den durchschnittlichen Nettopreis der Medikamente nicht über den Anstieg der jährlichen Inflation erhöhen, hieß es weiter. Im vergangenen Jahr seien die Nettopreise des US-Angebots sogar um 1,9 Prozent gefallen.

Heute schloss sich zudem Pharmakonzern Roche an und wird für den Rest des Jahres keine Preiserhöhungen in den USA durchführen. Dies erklärte eine Roche-Sprecherin auf Anfrage von AWP.

Trump hatte Pfizer am Dienstag vergangener Woche bei Twitter scharf angegriffen – der US-Konzern solle sich schämen, ohne Grund Arzneimittelpreise anzuheben. Noch bevor das Unternehmen sein Statement abgeben konnte, twitterte der Präsident: „Pfizer nimmt seine Preiserhöhungen zurück, so dass amerikanische Patienten nicht mehr zahlen.“ Er hoffe, dass andere Firmen das Gleiche täten.

Anleger nahmen die Ankündigung von Merck & Co. gelassen auf. Der Aktienkurs geriet nur vorübergehend leicht unter Druck.

US-Pharmakonzerne stehen schon lange wegen ihrer Preispolitik in der Kritik. Pfizer ist als Branchenführer dabei besonders im Fokus. Das US-Gesundheitssystem leidet unter steigenden Versicherungskosten und gilt als eines der teuersten und ineffizientesten weltweit.

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