Arzneimittelpreise

Trump und Novartis werden Freunde APOTHEKE ADHOC/ dpa, 19.07.2018 16:59 Uhr

Berlin - Nach der Ankündigung des Novartis-Chefs Vas Narasimhan, in diesem Jahr die Preise für Medikamente in den USA nicht zu erhöhen, hat sich US-Präsident Donald Trump über Twitter beim Schweizer Pharmakonzern bedankt. „Vielen Dank an Novartis, dass Sie Ihre Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöht haben. Gleiches gilt für Pfizer.“

Man sei dabei, einen großen Schritt zu machen, um die Preise für verschreibungspflichtige Medikamente zu reduzieren oder sogar „substanziell“ zu senken, erklärte Trump am Donnerstag. US-Arzneimittelexperten sehen die Entscheidung von Novartis allerdings vor allem im Zusammenhang mit der Affäre um Millionenzahlungen an den Trump-Anwalt Michael Cohen. Der Konzern habe wegen der Korruptionsvorwürfe weitere Kontroversen vermeiden wollen, so die Lesart. Den Chef-Juristen des Konzerns hat die Affäre bereits den Job gekostet.

Vergangene Woche hatte der US-Präsident scharfe Kritik am Pharmariesen Pfizer geäußert. „Pfizer und andere sollten sich schämen, dass sie ihre Arzneimittelpreise ohne Grund angehoben haben“, schrieb er ebenfalls auf Twitter. Die Pharmakonzerne würden „sich einen Vorteil verschaffen auf Kosten der Armen und derer, die sich nicht verteidigen können“, während sie „Ländern in Europa und anderswo verhandelte Spottpreise anbieten“. Kurz darauf hatte der Konzern bekanntgegeben, bestimmte Preiserhöhungen für Arzneimittel auszusetzen. Nach „ausführlichen Diskussionen“ mit Trump habe man sich entschlossen, dem Präsident zunächst die Gelegenheit zu geben, an seinem Plan zur Stärkung des Gesundheitssystems zu arbeiten, teilte der Viagra-Hersteller am Dienstagabend mit.

Noch bevor das Unternehmen nun sein Statement abgeben konnte, twitterte der US-Präsident: „Pfizer nimmt seine Preiserhöhungen zurück, so dass amerikanische Patienten nicht mehr zahlen.“ Er hoffe, dass andere Firmen das Gleiche täten. Noch im Mai hatte der US-Präsident angekündigt, die Konzerne würden schon bald freiwillig „massive Preissenkungen“ bekanntgeben. Das war bis jetzt nicht der Fall.

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