Trump-Anwalt und Novartis-Lobbyist

/ , Uhr
Berlin -

Novartis hat die Vorwürfe bestätigt, unmittelbar nach Donald Trumps Amtseinführung als US-Präsident 1,2 Millionen Dollar an dessen persönlichen Anwalt Michael Cohen gezahlt zu haben. Nun streitet sich die Konzernführung offenbar intern über den Schritt – und belastet den ehemaligen CEO Joe Jimenez.

Der Schweizer Pharmakonzern hatte genau wie der US-Mobilfunkriese AT&T einen Beratervertrag mit Cohen geschlossen. Das Unternehmen erklärte nach dessen Bekanntwerden, man habe gehofft, von dem Juristen in Bezug auf die Gesundheitspolitik der neuen Regierung beraten zu werden – auch wenn Cohen keine Expertise im Bereich Gesundheitspolitik vorzuweisen hat.

In US-Medien wurde auch deshalb spekuliert, dass Cohen sich von Firmen als Türöffner zu Trump bezahlen ließ. Das Weiße Haus wollte dazu am Mittwoch auch auf wiederholte Nachfragen keine Stellung nehmen und verwies auf Trumps persönliche Anwälte. Das „Wall Street Journal“ schrieb, dass Zahlungen von Unternehmen an politische Berater in Washington zwar an der Tagesordnung seien. Cohens Rolle als persönlicher Anwalt des US-Präsidenten mache die Lage aber komplizierter. Cohen ist seit Jahrzehnten für Trump tätig und pflegt engen Kontakt zu ihm. Er gilt als sein „Fixer“, also jemand, der sensible Angelegenheiten für ihn übernimmt oder aus der Welt schafft.

Wie die Nachrichtensender CBS und NBC berichten, räumen hochrangige Konzernlenker von Novartis die Vorwürfe intern ein. Ein mit den Vorgängen betrauter Novartis-Manager hatte berichtet, dass Cohen kurz nach Trumps Wahl zum US-Präsident an den damaligen Novartis-CEO Joe Jimenez herangetreten sei. Er habe ihm das Angebot unterbreitet, gegen die Zahlung von 1,2 Millionen Dollar Zugang zum inneren Kreis um den Präsidenten herzustellen. Insbesondere die Ankündigung Trumps, eine Senkung der Medikamentenpreise in den USA politisch zu forcieren, sei ein Grund gewesen, sich Zugang zur Administration sichern zu wollen. „Es ist, als hätten wir ihn als Lobbyisten beschäftigt“, wird ein Manager zitiert.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres