Liberalisierung des Heilmittelgesetzes

Schweiz: Einzelhändler erkämpfen sich OTC-Produkte APOTHEKE ADHOC, 24.07.2018 16:21 Uhr

Berlin - Die Neuordnung des Heilmittelgesetzes in der Schweiz ist beinahe beschlossene Sache. Die Befürchtungen der Apothekerschaft dürften wahr werden: Rund 640 bisher apothekenpflichtige Produkte dürfen voraussichtlich ab 2019 in Drogerien verkauft werden. Rund 400 weitere könnten sogar in den Supermarktregalen von Migros & Co. landen.

Der Widerstand des Schweizer Apothekerverbands war offenbar vergebens: Ob Iberogast, Sinupret, Buscopan, Talcid, Loperamid oder Voltaren Dolo forte – was bisher nur in Apotheken erhältlich ist, kann ab Januar 2019 in die Drogerieregale wandern. In insgesamt sechs Treffen einigte sich die von der Arzneimittelbehörde Swissmedic einberufene Expertenkommission darauf, die bisherige Abgabekategorie C abzuschaffen. Darin wurden bislang Arzneimittel und Medizinprodukte eingeordnet, die nicht verschreibungs-, aber apothekenpflichtig sind.

Für rund 90 Prozent von ihnen bedeutet das die Abstufung in Kategorie D. In diesen Bereich fallen Präparate, die nicht apothekenpflichtig sind, aber nur mit Fachberatung in Drogerien abgegeben werden dürfen. Doch auch diese Kategorie könnte neu geregelt werden: Bei rund 400 Produkten wird noch geprüft, ob sie in Kategorie E, also freie Verkäuflichkeit, verlagert werden.

Am 28. August kommen die Swissmedic-Experten unter anderem bestehend aus Apothekern, Industrievertretern und Einzelhändlern zusammen, um die letzten Entscheidungen zu treffen. Daraufhin sollen die endgültigen Listen mit den neuen Zuteilungen veröffentlicht werden. Denn es bleiben offene Fragen: Das Notfallkontrazeptivum EllaOne beispielsweise ist in Kategorie C. Es könnte also ab kommendem Jahr verschreibungspflichtig sein – oder in Drogerieregalen liegen.

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